Die Titelfavoritin belegt bei der WM lediglich Platz vier.

Daegu. Auf dem kurzen Weg zwischen Aufwärmplatz und Anlauf ist es passiert. Christina Obergföll hat ihr Gefühl für den Speer verloren. Ein grausiger Seelenzustand. Weil mit ihm auch die Sicherheit und der Glauben an das eigene Können schwindet. Was bleibt, ist Krampf und diese eine elende Erkenntnis: „Es ging alles so an mir vorbei. Keine Ahnung warum.“ Christina Obergföll findet keinen Trost an diesem Abend, der ihrer werden sollte. Tränen statt Titelfeier. Die Goldmarie von Daegu heißt Maria Abakumowa. Nach dem Meisterschaftsrekord von 71,99 Meter im fünften Versuch ist die Russin nicht mehr zu halten, hüpft wie ein Flummiball auf und ab.

Christina Obergföll hat sich zu diesem Zeitpunkt längst in ihren Kokon eingesponnen. Die Verzweiflung verdrängt ihre mit Siegen in Serie erworbene Lockerheit. Ratlosigkeit hat sich wie ein Schleier über ihr Gesicht gelegt. Die Resignation ist weithin sichtbar. „Ich habe es verbockt“, sagt die 30-Jährige.

Christina Obergföll weint. 65,24 Meter und Platz vier beim Saisonhöhepunkt. Das hatte sich die Olympia-Dritte von Peking ganz anders vorgestellt. swa

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer