Deutschland war zum Auftakt der Weltmeisterschaft gegen Russland chancenlos und verliert mit 0:5. Am Sonntag geht es gegen Gastgeber Schweiz.

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Geschlagen und erschöpft waren die deutschen Spieler.

Geschlagen und erschöpft waren die deutschen Spieler.

dpa

Geschlagen und erschöpft waren die deutschen Spieler.

Bern. Wie ein Feldherr stand Bundestrainer Uwe Krupp an der Bande und feuerte seine Mannschaft an, aber die erste Schlacht ging wie erwartet verloren. Zum Auftakt der Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz unterlag die Auswahl des Deutschen Eishockey Bundes am Freitag der Weltmeister Russland mit 0:5 (0:3, 0:0, 0:2). Es war anfangs nur wenige Minuten ein Duell auf Augenhöhe zwischen dem Favoriten und dem Weltranglisten-Zehnten. Jochen Hecht und Co. bekamen die spielerische Überlegenheit der "Sputniks", die von dem legendären Weltklassestürmer Wjatscheslaw "Slawa" Bykow trainiert werden, schnell zu spüren. Es war, als würde ein Wirbelwind durch die mit über 10 000 Besuchern gefüllte Berner Allmend-Halle fegen, gegen den 24-fachen Weltmeister stand die DEB-Auswahl auf verlorenem Posten. Es war 35. WM-Duell mit der "Sbornaja" die 35. Niederlage. Das soll sich am Sonntag (16.15 Uhr, DSF) im zweiten Gruppenspiel gegen Gastgeber Schweiz ändern. "Einstellung und Bereitschaft haben gestimmt. Man muss aber anerkennen, dass wir einen sehr starken Gegner hatten", sagte Uwe Krupp. "Gegen die Schweiz müssen wir uns nun weiter steigern, dann haben wir eine reelle Außenseiter-Chance."

Die Russen führten im ersten Drittel bereits mit 3:0-Toren

Der Auftakt war am Freitag eine Demonstration, die den Unterschied zwischen den beiden Eishockey-Kulturen verdeutlichte. Auf einer Seite die harten Arbeiter aus Deutschland, auf der anderen die russischen Kufen-Künstler mit dem Hang zur gesunden Härte, die es an der Bande besonders im Anfangsdrittel kräftig krachen ließen. 0:3 lag die DEB-Auswahl nach 20 Minuten zurück. Der Mythos vom so oft zitierten "Wunder von Bern" war da bereits passé. Für die mit fünf Profis aus der nordamerikanischen NHL spielenden Russen hatten Oleg Saprykin (9.), Ilja Kowaltschuk (10.) und Sergej Zinowiew (16.) Torhüter Dimitri Pätzold überwinden können. Dabei konnte man dem gebürtigen Kasachen im deutschen Tor keinen Vorwurf machen, der 26-Jährige hatte bis dahin schon einige Unhaltbare entschärft.

NHL-Star Schubert: "Aus solchen Spielen kann man nur lernen"

Die DEB-Auswahl war bemüht, die Niederlage in Grenzen zu halten, aber die durchaus tapfere Gegenwehr reichte gegen den übermächtigen Gegner nicht aus. Selbst ein NHL-Star wie Jochen Hecht konnte dabei kein Heilsbringer sein, zumal der 31-Jährige erst in der 30. Minute mit einem Schlagschuss in Erscheinung trat. Christoph Schubert als zweiter deutscher NHL-Profi hatte es in der Abwehr ähnlich schwer. "Aus solchen Spielen kann man nur lernen und das Positive daraus ziehen. Wir haben ein junge Mannschaft, die noch ausbaufähig ist", sagte Schubert. Einige gute Chancen hatte die DEB-Auswahl besonders im Mittelabschnitt. "Wenn der ein oder andere Schuss ins Tor geht, sieht das Ergebnis auch nicht so deutlich aus", sagte der 27-Jährige.

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