Lange Zeit weiß die deutsche Elf in Dänemark zu überzeugen. Und doch verspielt sie beim 2:2 eine 2:0-Führung.

wza_1500x1154_724205.jpeg
Der deutsche Torschütze Mario Gomez beglückwünscht den deutschen Torschützen Patrick Helmes.

Der deutsche Torschütze Mario Gomez beglückwünscht den deutschen Torschützen Patrick Helmes.

dpa

Der deutsche Torschütze Mario Gomez beglückwünscht den deutschen Torschützen Patrick Helmes.

Kopenhagen. Joachim Löws Not-Elf hat beim Start in die neue Länderspiel-Saison einen sicher scheinenden Sieg aus der Hand gegeben.

Drei Wochen vor dem Auftakt in der Qualifikation zur Euro 2012 in Brüssel gegen Belgien musste sich das bunt zusammengewürfelte Team am Mittwoch Abend in Kopenhagen mit einem 2:2 (1:0) gegen Dänemark begnügen.

Obwohl die Leistung für einen Sieg hätte reichen können. Fand auch der Bundestrainer. "Das war zufriedenstellend. Wir hatten viele Kombinationen und viele Torchancen", sagte Joachim Löw.

Beim Ausgleich der Dänen assistiert Wiese

Sorgenkind Mario Gomez (19. Minute) und der eingewechselte Patrick Helmes (73.) hatten die DFB-Auswahl vor 19.071 Zuschauern im Parken-Stadion in Führung gebracht. Doch Dennis Rommedahl (74.) und Mads Junker (87.) schafften noch den Gleichstand. Beim Ausgleich "assistierte" der bis dahin fehlerlose Tim Wiese im deutschen Tor.

Beim "ungeliebten" Länderspiel neun Tage vor dem Bundesliga-Aufgalopp zog sich Löws aus der Not geborene Auswahl besser aus der Affäre als erwartet. Der Bundestrainer hatte in der Startformation zwar sechs WM-Fahrer aufgeboten, aber in Jerome Boateng stand nur ein Akteur auf dem Rasen, der auch in Südafrika erste Wahl gewesen war. Positiv fiel auf, dass sich das Team auch in Kopenhagen bemühte, das bei der WM erfolgreiche System umzusetzen.

Tim Wiese: Nach dem WM-Frust ein 90-Minuten-Geschenk. Lange stark, dann ein Fehler vor dem Ausgleich.

Andreas Beck:
Viel besser als bei seinen bisherigen sieben Länderspielen. Darf auf weitere hoffen.

Jerome Boateng:
Zu Beginn leichtsinnig und fehlerhaft, danach sicherer. Und um Aufbauspiel bemüht.

Serdar Tasci:
Als er Kapitän wurde, schwand die Übersicht. Fehlpass vor dem Anschlusstreffer.

Marcel Schäfer:
Er bleibt keine Alternative für die verwaiste linke Abwehrseite. Wirkte nervös.

Thomas Hitzlsperger:
Hatte es im Kombinationsspiel nicht immer leicht. Aber sein Pass auf Gomez beim 1:0 allein holt ihn aus der gefühlten Fußball-Depression.

Christian Gentner:
Starke Alternative auf der Sechserposition. Gehörte zu den Besten. In einer guten Mannschaft. Und bereitete das 2:0 toll vor.

Christian Träsch:
Bemüht, fehlerlos und unauffällig.

Toni Kroos:
Wie schön, dass Deutschland sogar eine Alternative für Mittelfeldzauberer Mesut Özil hat. Kroos kommt genau dafür in Frage.

Marko Marin:
Traut sich viel, verliert aber auch viele Bälle. Das nervt ein bisschen im deutschen Kombinationsfluss.

Mario Gomez:
Hat ein Tor gemacht. Tatsächlich. Und gut hat er das auch noch gemacht. Letzte Chance genutzt.

Aaron Hunt:
War auch dabei.

Sascha Riether:
Debüt. Nicht mehr.

Patrick Helmes:
Gerade im Spiel, schon getroffen.

Christian Schulz:
Kam - und Dänemark glich aus.

Zu den Aktivposten einer Elf, die in dieser Zusammensetzung nicht mehr auflaufen wird, gehörten neben Wiese auch Ersatz-Kapitän Thomas Hitzlsperger und Christian Gentner.

Gomez trifft nach Monaten der Verunsicherung

Auf der Özil-Position in der Schaltzentrale zeigte Toni Kroos ein paar vielversprechende Ansätze. Mit seinem 13. Tor im DFB-Trikot setzte Gomez nach Monaten der Verunsicherung und Selbstzweifel ein erstes Zeichen in der neuen Saison. Der Münchner hatte letztmals beim 3:0 in der WM-Vorbereitung in Ungarn getroffen. "Auch für mich war erfreulich, dass Mario heute getroffen hat. Das Tor wird sein Selbstvertrauen stärken", sagte Löw nach dem Spiel.

Erst allmählich fand die Löw-Elf Sicherheit im Zusammenspiel und ging durch Gomez in Führung. Hitzlsperger hatte Dänemarks WM-Abwehr ausgehebelt, und der Münchner ließ Schlussmann Sörensen keine Abwehrchance.

Nach Wiederbeginn stand die DFB-Elf zunächst unter Druck: Beim Schuss von Pedersen rettete Serdar Tasci für den geschlagenen Wiese. Die beste Chance für die Skandinavier vergab Agger (56.), der den Ball an den Pfosten jagte.

Als Helmes auf Vorarbeit von Gentner mit seinem zweiten DFB-Tor das 2:0 gelungen war, schien die Partie entschieden. Doch deutsche Nachlässigkeiten brachten Dänemark zurück ins Spiel. Rommedahls Anschluss nach kapitalem Fehler von Tasci ließ die Gastgeber noch einmal Morgenluft wittern. Junker traf zum Ausgleich.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer