Zu wenig rot
Andy Murray im britischen Olympia-Outfit. Foto: EPA

Andy Murray im britischen Olympia-Outfit. Foto: EPA

dpa

Andy Murray im britischen Olympia-Outfit. Foto: EPA

London (dpa) - Die britischen Olympia-Outfits von Star-Designerin Stella McCartney sind einigen Sportpsychologen nicht rot genug. Das Tragen der Farbe Rot erhöhe die Erfolgschancen - zu dieser These hat Professor Robert Barton von der Universität of Durham schon 2005 eine Studie veröffentlicht.

Nun sagte er der Tageszeitung «Guardian»: «Offenbar hat sie das aus Modegesichtspunkten designt und nicht die möglichen Effekte bedacht, die das auf die Leistung hat.» McCartney hatte sich vom Union Jack inspirieren lassen, aber vor allem weiß und blau verwendet. Rot sind meist nur Kragen, Strümpfe und Schuhe.

Auch der Sportpsychologe Victor Thompson kritisierte die Designerin: «Wenn Sport so viel bedeutet und das Resultat oft durch Millimeter und Tausendstel-Sekunden entschieden wird, sollten wir alles tun, um unseren Athleten zu helfen», sagte er dem «Guardian». «Wenn zum Beispiel das Rot das Selbstvertrauen erhöht, die Aggression und das Dominanz-Gefühl der Athleten - dann ist es wahrscheinlicher, dass sie die maximale Leistungsfähigkeit abrufen.»

Der Mangel an Rot stößt aus weiteren Gründen auf. Die «Daily Mail» erörterte, dass das aus dem Union Jack für Schottland stehende Blau das Rot für England überstrahle. Und schließlich tragen walisische Sport-Teams traditionell rot - weshalb sich gleich der walisische Politiker Jonathan Edwards von der nationalistischen Partei Plaid Cymru in der «Daily Mail» beklagte. Die 40-jährige McCartney hatte ihre Olympia-Mode für die Spiele von 27. Juli bis 12. August in der britischen Hauptstadt am Donnerstag im Tower von London vorgestellt.

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