Werner Franke kritisiert die Doping-Bekämpfung in Deutschland. Foto: Patrick Seeger
Werner Franke kritisiert die Doping-Bekämpfung in Deutschland. Foto: Patrick Seeger

Werner Franke kritisiert die Doping-Bekämpfung in Deutschland. Foto: Patrick Seeger

dpa

Werner Franke kritisiert die Doping-Bekämpfung in Deutschland. Foto: Patrick Seeger

Stuttgart (dpa) - Der Heidelberger Wissenschaftler Werner Franke hat die Doping-Bekämpfung in Deutschland scharf kritisiert. «Das System ist korrupt, die Wahrheit interessiert als Letztes», sagte der Molekularbiologe den «Stuttgarter Nachrichten».

Der 71-Jährige griff auch den ranghöchsten deutschen Sportfunktionär an. Im deutschen Sport bestimme das Gesetz nicht der Justiz- oder der Innenminister, sondern DOSB-Präsident Thomas Bach, meinte Franke: «Was der sagt, wird gemacht. Siehe das jüngste Doping-Nichtgesetz.»

Die Einführungen von Schwerpunktstaatsanwaltschaften oder die Verschärfung des Arzneimittel-Gesetzes gehen Franke längst nicht weit genug. «Das Gesetz lässt ja nur zu, den Handel mit Doping-Präparaten im übergroßen Ausmaß zu ahnden. Ein Witz!», meinte Doping-Experte Franke. Auch vom Untersuchungsbericht des Bundesinstituts für Sportwissenschaft zur westdeutschen Doping-Vergangenheit verspricht er sich keine neuen Erkenntnisse: «Die arbeiten doch nur die offiziellen Akten durch, die in Behörden und Verbänden zuvor längst gesäubert wurden.»

Franke gehört der Kommission an, die die Doping-Praktiken von früheren Sportmedizinern der Universität Freiburg untersucht. Mit der ersten Fassung des Untersuchungsberichts ist Anfang 2012 zu rechnen. «Da kommen Sachen raus, das glauben Sie gar nicht», sagte Franke den «Stuttgarter Nachrichten». «Im Freiburger Doping-Netzwerk hatte sogar die Staatssicherheit der DDR ihre Finger mit im Spiel.»

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