Kopftuchträgerin
In fast allen Sportarten gibt es bei den Asian Games kein Kopftuchverbot. Foto: Hotli Simanjuntak

In fast allen Sportarten gibt es bei den Asian Games kein Kopftuchverbot. Foto: Hotli Simanjuntak

dpa

In fast allen Sportarten gibt es bei den Asian Games kein Kopftuchverbot. Foto: Hotli Simanjuntak

Inchon (dpa) - Die Asien-Spiele haben ihren ersten Eklat: Aus Protest gegen ein Kopftuchverbot hat sich das Nationalteam der Basketball-Frauen aus Katar komplett von der Veranstaltung im südkoreanischen Inchon zurückgezogen.

Das Team habe die Entscheidung zum Rückzug getroffen und bereite sich nun auf die Rückkehr von Südkorea in die Heimat vor, erklärte Delegationsleiter Khalid al-Jabir am Donnerstag der Nachrichtenagentur AP. Das Organisationskomitee bestätigte zunächst nur, dass Katar auch zum zweiten Gruppenspiel gegen Nepal nicht angetreten sei. Mit ihrem Verhalten wollen die Spielerinnen aus dem Emirat am Persischen Golf vor allem ein Zeichen setzen.

«Es gab bislang keine offizielle Benachrichtigung der katarischen Mannschaft über einen vorzeitigen Rückzug», sagte eine Komitee-Sprecherin in Inchon. Der Spielplan sehe nach wie vor das Spiel Katars gegen Kasachstan vor. Die Mannschaft aus Katar hatte allerdings bereits zuvor auf ihr erstes Gruppenspiel gegen die Mongolei verzichtet, die daraufhin offiziell zum Sieger erklärt wurde. Auch Nepal wurde der Sieg zugesprochen.

«Wir geben die Spiele nicht auf - uns ist es nicht erlaubt, zu spielen», sagte al-Jabir vor dem Match gegen Nepal. «Auf der einen Seite will jeder, dass mehr Frauen an diesen Spielen teilnehmen, aber auf der anderen Seite entmutigen sie muslimische Frauen, die im Hidschab (Verhüllung) spielen wollen.» Der Ausdruck Hidschab ist nicht auf die Verhüllung des Kopfs allein beschränkt. In anderen Sportarten sind Kopftücher erlaubt. Dagegen hat der Basketball-Weltverband FIBA das Tragen der Tücher bisher nicht genehmigt.

Die Vorsitzende des katarischen Frauensportkomitees, Ahlam Salem Al-Mana, hatte deutlich gemacht, dass die Basketballmannschaft der Frauen schon vor dem Beginn der 17. Asien-Spiele in Inchon dazu bereit gewesen sei, ein Zeichen des Protestes gegen das Verbot zu setzen. «Wir müssen Stellung beziehen. Der internationale Verband muss uns akzeptieren.»

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