Wie der deutsche Stürmer Gerd Müllers Torrekord jagt.

Berlin. Am Sonntag sprach Miroslav Klose über einen Vereinswechsel. Eine Luftveränderung, sagte Deutschlands bester Stürmer der "Bild am Sonntag", schließe er nicht aus. "Ich könnte mir auch vorstellen, nochmal bei einem anderen Klub in der Bundesliga zu spielen." Vielleicht ist das sein Weg zum vollkommenen Glück. Dem er beim FC Bayern beständig hinterher rennt. Und es doch nur in der Nationalelf findet.

Fünf Tor in der Qualifikation, keines beim FC Bayern

Kloses Dilemma ist hartnäckig: Je besser sein Auftritt im Nationalteam, desto heftiger muss er sich fragen lassen, wieso ihm Gleiches nicht beim FC Bayern gelingt. Klose reagierte auf diese Nachfragen derart analytisch, dass man ahnte: Der Mann hat tatsächlich schon selbst darüber nachgedacht. Und Klose hat dafür tatsächlich keine Erklärung gefunden.

Am Freitag gegen die Türkei in Berlin traf der 32-Jährige wieder zwei Mal, beim FCBayern hingegen ist er Teil einer ausgemachten Stürmerkrise, die das Streben des Rekordmeisters nach Titeln akut unterwandert. Bayern hat bislang nur fünf Treffer erzielt, Klose keinen einzigen. In drei EM-Qualifikationsspielen der Gruppe A schoss er fünf Tore.

Klose: "Der fällt mir hier direkt auf den Helm"

"Ich fühle mich auch in München sehr wohl", sagte Klose zur Parallelwelten-Theorie zwischen Bayern und Nationalelf, "aber hier habe ich den Lauf, den ich bei Bayern vermisse." Er führte auch ein eindrucksvolles Beispiel an. Klose sprach über das 1:0, für das wesentlich der an die Latte köpfende Thomas Müller verantwortlich zeichnete, ehe Klose mit dem Kopf abstaubte. "Der fällt mir direkt auf den Helm", sagte der Stürmer und meinte seinen Kopf. "Bei Bayern wäre er rechts oder links vorbei gefallen."

Beim dritten deutschen Treffer spielte der türkische Torwart Volkan Demirel den Ball so zielsicher in des Deutschen Füße, dass man ihm Aufbauhilfe unterstellen konnte. Klose gelang es wie selbstverständlich auch noch, Volkan den Ball durch dessen Beine zu schieben.

Es war sein 57. Treffer im 104. Länderspiel, und wenn man ihn so spielen sieht, dann sind weitere Tore versprochen. Elf Treffer fehlen noch zur Bestmarke von Gerd Müller (68). "Es ist nicht mein primäres Ziel. Falls es mir gelingt, wäre ich glücklich und stolz", sagte er. Gerd Müller bleibt für ihn so oder so antastbar. "Ich sehe ihn oft in München. Er ist ein Phänomen für mich", sagte Klose. Müller soll sich schon ähnlich geäußert haben. Über Klose.

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