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Auch der Inderin Aanchal Thakur gefallen die 1. Jugend-Winterspiele in Innsbruck. Foto: Barbara Gindl

Auch der Inderin Aanchal Thakur gefallen die 1. Jugend-Winterspiele in Innsbruck. Foto: Barbara Gindl

dpa

Auch der Inderin Aanchal Thakur gefallen die 1. Jugend-Winterspiele in Innsbruck. Foto: Barbara Gindl

Innsbruck (dpa) - Mini-Olympia läuft in Tirol wie ein Nummer-1-Hit, die Sport-Party der 1000 Teenager ist ein Renner. 17 Monate nach der Sommer-Premiere in Singapur scheint auch das abgespeckte Winterfest ein voller Erfolg zu werden.

Kleine Spiele - große Zukunft? Das IOC sagt ja. Kritik hört man bisher kaum. Inspirator Jacques Rogge sieht vor allem in den attraktiven Innovationen großes olympisches (Programm)-Potenzial, und auch Thomas Bach stellt den Organisatoren ein gutes Halbzeit-Zeugnis aus. «Ich bin schlichtweg begeistert. Überall sieht man leuchtende Augen», sagte der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) in Innsbruck. Sogar das morgendliche Briefing des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) im Hotel «Hilton» wurde jetzt kurzerhand gestrichen. «Da gab es bei so guter Organisation keinen Bedarf mehr», befand der Fecht-Olympiasieger von 1976.

Chef de Mission Ulf Tippelt sieht das genauso: «Es gibt keine gravierenden Mängel. Hier herrscht eine lockere und entspannte Atmosphäre. Die Österreicher können wirklich hervorragend organisieren.» Und auch das deutsche Team mit 33 Frauen und 24 Männern im Alter zwischen 15 und 18 schlägt sich gut. «Alle Neune» hieß es zur Halbzeit - auch wenn IOC und DOSB keine Medaillen zählen. «Es ärgert uns schon, wenn Teile der Medien Medaillenspiegel abdrucken», sagte Tippelt. «Wir haben Erfolge und Misserfolge gesehen und sind begeistert, wie das Team damit umgeht.»

Für Bach sind die 1. Jugend-Winterspiele «bisher ein hervorragender Erfolg - sowohl von der Atmosphäre her als auch vom sportlichen Umfeld». Der IOC-Vizepräsident setzt wie sein Chef Rogge auf die vielen Innovationen. Das IOC testet in Innsbruck 14 neue Wettbewerbe und Formate, unter anderen gemischte Team-Konkurrenzen wie den Kopf-an-Kopf-Riesenslalom, Snowboard-Slopestyle, Freestyle-Halfpipe. Die Junioren nehmen sie gut an, und auch die Fans in Innsbruck, Seefeld und Kühtai haben ihren Spaß.

«Ich glaube, die gemischten Teamwettbewerbe haben eine große Zukunft», betonte IOC-Präsident Rogge, stellte aber auch klar: «Wenn wir neue Wettbewerbe ins olympische Programm aufnehmen, und das wird der Fall sein, dann werden sie bisherige ersetzen.» Bach hofft, «dass die internationalen Verbände jetzt den ersten Schritt machen», um - zunächst über WM und EM - «solche Events möglicherweise ins olympische Programm zu bekommen». Frühestens für die Winterspiele 2018 in Pyeongchang/Südkorea, denn der Plan für Sotschi 2014 steht.

Generell scheint die Philosophie der Jugendspiele aufzugehen, Gigantismus und Kommerzialisierung bleiben aber Kritikpunkte. Allein die Eröffnungsfeier in Singapur hatte 2010 so viel Geld gekostet wie das Gesamt-Budget des Winter-Pendants in Innsbruck (etwa 24 Millionen Euro). Eine große Nummer werden wahrscheinlich wieder die 2. Jugend-Sommerspiele 2014 in Nanjing/China. Bach lobte die «kontrollierte Kommerzialisierung» in Innsbruck, und Rogge teilte mit, dass es «viele neue Bewerbungen» gibt - auch aus Südamerika.

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