Dem Sieg in Wengen lässt der Schweizer Didier Defago den Triumph auf der Streif folgen.

Mit einem großen Sprung an der Hausbergkante rast Didier Defago dem Ziel in Kitzbühel entgegen.
Mit einem großen Sprung an der Hausbergkante rast Didier Defago dem Ziel in Kitzbühel entgegen.

Mit einem großen Sprung an der Hausbergkante rast Didier Defago dem Ziel in Kitzbühel entgegen.

dpa

Mit einem großen Sprung an der Hausbergkante rast Didier Defago dem Ziel in Kitzbühel entgegen.

Kitzbühel. Der Rahmen war perfekt. Kaiserwetter, eine pfeilschnelle Piste sowie 50000 enthusiastische Fans bildeten am Samstag den grandiosen Rahmen bei der Streif-Abfahrt in Kitzbühel. Einziger Makel aus österreichischer Sicht: Erneut reichte es nicht zu einem Heimsieg. Denn der Schweizer Didier Defago bestätigte seine aktuell blendende Form und gewann nur eine Woche nach dem Sieg in Wengen auch die Streif. "Das ist wie ein Traum", sagte er.

Schön, dass auch die Meteorologen mitunter kräftig irren. Regen und Schnee in Tirol waren vorhergesagt, doch die wohl spektakulärste Abfahrt der Welt präsentierte sich bei strahlendem Sonnenschein. Allerdings hatte der nächtliche Regen die Piste spiegelglatt gemacht. "Eine einzige Eisbahn," urteilte Vorjahres-Sieger Didier Cuche nach seinem Lauf. Dem US-Amerikaner Lanning wurde das zum Verhängnis. Er stürzte kurz vor dem Zielschuss und erlitt einen Kreuzbandriss. Es blieb gottlob die einzige Verletzung an diesem Tag, an dem natürlich immer noch das Schicksal des im Training gestürzten Schweizers Daniel Albrecht in den Köpfen präsent war. Der 25jährige wird weiterhin im künstlichen Koma gehalten, sein Zustand ist aber stabil.

Didier Defago schießt mit 142,3 Stundenkilometern durchs Ziel

Nachdem der Italiener Christoph Innerhofer eine passable Zeit vorgelegt hatte, lieferten sich die Rennläufer 17 bis 20 einen packenden, ja einen dramatischen Vierkampf. Didier Defago fuhr im oberen Drittel der Musik hinterher, machte im unteren Abschnitt seinen Ruf als überragender Finisher alle Ehre und schraubte die Bestzeit auf 1:56:09 Minuten. Die Ziellinie überquerte er mit 142,3 Stundenkilometer - eine Geschwindigkeit, die nicht mehr überboten werden sollte.

Österreichs Top-Favorit Michael Walchhofer fuhr unmittelbar danach, führte sogar noch bei der letzten Zwischenzeit, ehe ihn ein Beinahe-Sturz beim Zielsprung aus dem Rhythmus und die Fans aus allen Täumen riss. "Eine totale Schrecksekunde", sagte Walchhofer, der so die entscheidenden 17Hundertstelsekunden verlor. Immerhin gewährt ihm der zweite Rang weiterhin die Führung im Abfahrts-Weltcup. Bemerkenswert war die Leistung des Dritten, Klaus Kröll. Der 28-Jährige raste nach seinem Sieg im Super-G am Freitag schon wieder in die Spitzengruppe - und das mit dreifach gebrochener Hand. Bester, weil einziger deutscher Teilnehmer war Stephan Keppler auf Rang 28.

Felix Neureuther fädelt im zweiten Lauf beim Slalom ein

Felix Neureuther befindet sich eine Woche vor der Ski-WM weiter auf der Suche nach seiner Form. In Kitzbühel schied der Partenkirchener im zweiten Slalom-Lauf aus und verpasste damit die Gelegenheit, sich ein wenig Selbstvertrauen zu holen. Neureuther blieb im sechsten Saison-Slalom zum vierten Mal ohne Weltcup-Punkte - nach Rang neun im ersten Lauf fädelte er nach Zwischenbestzeit an einer Torstange ein. "Da könnte man sich schon in den Hintern beißen", sagte er. Morgen will er es besser machen - in Schladming beim siebten Saison-Slalom.

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