Lausanne (dpa) - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält sich mit einer Stellungnahme zum Widerstand von Bauern gegen die Winterspiele-Bewerbung von München für 2018 weiter zurück.

«Wir lesen auch Zeitungen, aber wir geben dazu keinen Kommentar», erklärte Gilbert Felli, Direktor für die Olympischen Spiele beim IOC, im Anschluss an eine Exekutivsitzung in Lausanne. Die IOC- Evaluierungskommission werde sich vom 1. bis 4. März bei ihrem Besuch in München und Garmisch-Partenkirchen selbst ein Urteil über die Situation bilden. Die Stadt München hatte am 11. Januar das offizielle Bewerbungsbuch beim IOC abgegeben.

Unterdessen bestätigte die IOC-Exekutive den Zeitplan für die Olympischen Spiele 2012 in London. Nun kann wie geplant der Ticketverkauf im März beginnen. Zufrieden ist das IOC mit den Vorbereitungen für die Winterspiele 2014 im russischen Sotschi. «40 Prozent der Olympia-Bauten sind fertig, in 2011 werden 70 Prozent gebaut sein», berichtete Felli.

Bekräftigt hat das IOC die Rechtmäßigkeit des Ausschlusses von Doping-Sündern von den nächsten Olympischen Spielen. «Die Athletenkommission unterstützt die Regel und sie wird weiter angewendet», erklärte IOC-Vizepräsident Thomas Bach nach einer gemeinsamen Sitzung des Exekutivkomitees und der Athleten-Vertreter. Damit reagierte das IOC darauf, dass der wegen Dopings gesperrte 400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt (USA) diese Regel vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten will.

Die Regel war vor den Olympischen Spielen 2008 verabschiedet worden. Danach sind Athleten, die wegen Dopings länger als sechs Monate gesperrt werden, von den nächsten Spielen automatisch ausgeschlossen. Der US-Leichtathlet Merritt wurde nach einem Doping-Vergehen für 21 Monate gesperrt. Der Bann läuft diesen Sommer aus, dennoch darf er nicht an den Sommerspielen 2012 in London teilnehmen.

Zwischen IOC und dem Nationalen Olympischen Komitee (USOC) der USA hat das Ringen um das große Geld begonnen. In Lausanne wurden die Verhandlungen über einen Verteilungsschlüssel für Sponsoren- und Fernseheinnahmen aufgenommen. Die USA sind seit Jahrzehnten bei der Ausschüttung der IOC-Milliarden bevorzugt, was die anderen 204 NOK und 35 Fachverbände nicht mehr akzeptieren wollen. «Wir hatten einen guten und konstruktiven Dialog», erklärte USOC-Geschäftsführer Scott Blackmun nach dem Treffen mit IOC-Vertretern.

Momentan erhält das USOC 20 Prozent der weltweiten Sponsoren- Einnahmen des IOC und 12,75 Prozent der Lizenzgebühren, die US- Fernsehsender für die Ausstrahlung von Olympischen Spielen bezahlen. Das USOC hatte sich lange gegen Verhandlungen über eine Neuaufteilung gewehrt.

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