Trotz Gold und Silber Ärger über südkoreanische Veranstalter.

Nach zwei Medaillen keine Zurückhaltung mehr: Kati Wilhelm.
Nach zwei Medaillen keine Zurückhaltung mehr: Kati Wilhelm.

Nach zwei Medaillen keine Zurückhaltung mehr: Kati Wilhelm.

dpa

Nach zwei Medaillen keine Zurückhaltung mehr: Kati Wilhelm.

Pyeongchang. Sie übertreibt nicht. Das entspricht nicht ihrer Neigung. Es geht ihr um den Genuss. Eine kleine Feier als Belohnung nach der Goldmedaille im Sprint vor ihrer Teamkollegin Simone Hauswald wie Olga Saizewa (Russland) und nach Silber in der Verfolgung der Biathlon-WM hinter der Schwedin Helena Jonsson und vor Saizewa.

Kati Wilhelm weiß, allein des Rhythmus’ wegen macht es wenig Sinn, in Korea früh ins Bett zu gehen. Ruhe finden, sich freuen "und ein Gläschen Wein trinken, das muss schon sein", sagt die 32-Jährige. Genießen. Weil sich der Kreis geschlossen hat. Endlich. Nach all den Jahren, nach all der harten Arbeit. Bei ihrer ersten WM in Pokljuka 2001 hat Wilhelm Gold im Sprint gewonnen. In Pyeongchang, bei ihrer letzten Weltmeisterschaft, erneut.

Der Abschied ist noch nicht geplant, doch nach Vancouver 2010 ist ein Karriereende denkbar. "Ich weiß nicht, ob nach Olympia noch viel kommen wird", sagt Kati Wilhelm. "Wichtig ist, zufrieden aufzuhören und nicht zu denken, man hätte noch was erreichen müssen." Erfolge machen stolz, sie sind ihr Bestätigung. Da kullern bei der Nationalhymne schon mal Tränen. Nicht bei Simone Hauswald. Sie winkt Mama Kye-Soon und Papa Rudi in Reihe eins auf der nahezu leeren Tribüne zu.

Cheftrainer Uwe Müssiggang ist zufrieden, weil seine Mädchen die Zielstellung, in jedem Rennen eine Medaille zu holen, erreicht haben. Bisher. Zwei Wettbewerbe, zwei Mal extreme Bedingungen. Weicher Schnee, starker Wind - das mag Kati Wilhelm gar nicht: "Man muss es trotzdem kritisch betrachten, es sind keine Bedingungen, die einer Weltmeisterschaft würdig sind."

Weil die Strecken schlecht präpariert sind, weil sich wenige hundert Zuschauer auf der Tribüne verlieren und die Atmosphäre im Idealfall jener eines Provinzrennens gleicht. Bei Olympiasieger Michael Greis mag kaum ein WM-Gefühl aufkommen: "Das ist unprofessionell, der Untergrund ist so weich, wie bei Clubmeisterschaften im Frühjahr, wo auf dem letzten Schnee rumgerutscht wird." Dazu die Siegerehrungen. Lieblos und im Hauruck-Verfahren durchgezogen statt mit asiatischer Perfektion zelebriert.

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