Manager verantwortet einen Kahlschlag.

Schalke
Im Fokus: Schalkes Sportvorstand Horst Heldt hat die große Lösung gewählt.

Im Fokus: Schalkes Sportvorstand Horst Heldt hat die große Lösung gewählt.

dpa

Im Fokus: Schalkes Sportvorstand Horst Heldt hat die große Lösung gewählt.

Düsseldorf. Horst Heldt ist „beeindruckt“ vom neuen Trainer. Sagt er. Und fast möchte man meinen, das wäre der Schalker Sportvorstand vielleicht besser schon von Jens Keller gewesen. War er aber offenbar nicht.

Wie sonst ließe sich erklären, dass sich kaum einer der Schalker Verantwortlichen für eine langfristige Perspektive mit dem geschassten Trainer stark gemacht hatte. Keller, den Heldt seinerzeit wie aus dem Nichts vom Interimstrainer zum Chef gemacht hatte, hätte stärkere Unterstützung für einen anderen öffentlichen Auftritt gebraucht. Vorbei.

Keller ist weg. Und mit ihm auch der Prellbock. Weil der neue Trainer Roberto Di Matteo erst einmal Zeit bekommen wird und wohl auch muss, würde sich eine fortgesetzte sportliche Krise schnell auf das Amt des angezählten Sportdirektors auswirken. Mit den Trainern Huub Stevens und Keller habe er, hat Heldt in diesen Tagen gesagt, immer die Ziele des Vereins erreicht. Trotzdem mussten die Erwähnten gehen, Heldt blieb. Und räumt nun Roberto Di Matteo die Chance ein, dessen Karriere neue Schubkraft zu verleihen – und den Vorstand Sport ganz nebenbei zu retten. Viele nämlich hätten es lieber gesehen, wenn Heldt erfolgreich um den Trainer Thomas Tuchel geworben hätte. Bis zum kommenden Sommer wollte Heldt aber nicht warten. „Wir wollten jetzt Stabilität“, sagte Heldt.

Die neue Lösung ist nicht günstig. Sie ist ein Kahlschlag: Nicht nur Keller geht, auch sein vor zwei Jahren noch begeistert empfangener Co-Trainer Peter Hermann, dazu Torwarttrainer Holger Gehrke und Mannschaftsarzt Thorsten Rarreck. Lediglich der als Trainertalent gehandelte Sven Hübscher wird Di Matteo assistieren dürfen. Den Rest bringt der neue Mann mit: Co-Trainer wird der ehemalige italienische Nationalspieler Attilio Lombardo, neuer Torwart-Trainer Massimo Battara. Beide arbeiteten bei Manchester City. Eine teurer Neubeginn, den Horst Heldt da verantwortet. Es dürfte seine letzte Chance sein.

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