Duisburg trennt sich von seinem Trainer und will nun im Schnellverfahren verhandeln.

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Und wieder entlassen: Für Peter Neururer nichts Neues.

Und wieder entlassen: Für Peter Neururer nichts Neues.

dpa

Und wieder entlassen: Für Peter Neururer nichts Neues.

Duisburg. Das Aus für Peter Neururer kam nicht überraschend. Und auch nicht die Nebengeräusche. Obwohl die Scheidung zwischen Fußball-Zweitligist MSV Duisburg und seinem Cheftrainer "keine im Streit" gewesen sein soll - so die offizielle Vereinsversion - legten die Beteiligten am Freitag dann doch noch los. MSV-Chef Walter Hellmich, bei der Verpflichtung treibende Kraft, polterte: "Hartes Arbeiten passt besser zu uns, als große Sprüche zu machen.” Freitagnachmittag stand der gerade gefeuerte Trainer, der nach eigener Aussage nach der Pokalpleite in Augsburg keinen Kontakt mehr zu Hellmich hatte, schon wieder auf dem Golfplatz.

Hellmich hat beim Neururer-Erbe klare Vorstellungen: Er favorisiert die ehemaligen Erstliga-Trainer Klaus Augenthaler und Frank Pagelsdorf. Beide seien "gute Leute". Sportdirektor Hübner habe den Auftrag erhalten, mit Augenthaler und Pagelsdorf die Verhandlungen zu suchen.

"Ich habe in Augsburg ein Ohnmachtsgefühl erlebt"

Spätestens nach dem peinlichen 0:5 im Pokal-Achtelfinale beim Liga-Konkurrenten FC Augsburg sah sich die MSV-Führung zum Handeln gezwungen. "Mir steckt jetzt noch der Schreck in den Gliedern. Ich habe in Augsburg ein Ohnmachtsgefühl erlebt", sagte Hellmich.

Die Übergangslösung heißt Uwe Speidel. Der Neururer-Assistent übernimmt vorläufig die Verantwortung für die verunsicherte Mannschaft, die in die Niederungen des Tabellen-Mittelfelds abgerutscht ist. Doch Speidel, der am Samstag die Aufgabe bei der TuS Koblenz bewältigen muss, wird nicht der Boss bleiben. Hellmich kündigte ein Eilverfahren bei der Trainersuche an: "Wir wollen schnell handeln und den neuen Mann zügig präsentieren." Hübner, der sich dem Votum gegen seinen Kumpel Neururer nur "schweren Herzens" anschloss, machte am Tag danach deutlich, dass nur ein "Trainer-Routinier" Abhilfe schaffen kann. Neururer indes traut seinen ehemaligen Schützlingen trotz der misslichen Lage die Rückkehr in die Elite-Liga zu: "Ich bin überzeugt, dass sie den Aufstieg schaffen." Hübner steht nun die Pflicht bevor, mit Neururer die einvernehmliche Lösung auch vertraglich zu fixieren. Der MSV strebt einen Auflösungsvertrag mit Abfindung an, weil der neue Coach bezahlt werden muss und zudem der Ex-Trainer Rudi Bommer noch bis Juni auf der Gehaltsliste steht. dpa/kup

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