Isabell Werth zwischen Trauer und Wut.

Die Nerven liegen blank: Reiterin Isabell Werth.
Die Nerven liegen blank: Reiterin Isabell Werth.

Die Nerven liegen blank: Reiterin Isabell Werth.

dpa

Die Nerven liegen blank: Reiterin Isabell Werth.

Düsseldorf. Von der üblichen Aggressivität ist nichts mehr zu spüren, stattdessen kämpft sie mit den Tränen. Dunkle Ränder unter den Augen, immer wieder lange Pausen in ihren Antwortversuchen, irgendwie weiß sie, dass die zweijährige Sperre unausweichlich ist.

Isabell Werth, eine deutsche Vorzeigesportlerin, fünfmalige Olympiasiegerin, scheint mit ihrem Latein am Ende.

"Mein Leben liegt in Scherben", sagt die 39 Jahre alte Dressurreiterin im Sportstudio des ZDF. Bis zum Dopingfall ihres Nachwuchspferdes Whisper war sie über jeden Zweifel erhaben, nun weiß sie, dass ihr niemand mehr glaubt, auch wenn der Moderator die entscheidenden Fragen gar nicht stellt.

Zum Beispiel die, dass Isabell Werths Tierarzt Hans Stihl nicht das erste Mal auffällig geworden ist. Werth spricht von "therapeutischen Zwecken", dass Stihl ihrem Pferd die Dopingsubstanz Fluphenazin zuführte, mit der die Zitterkrankheit bekämpft wird.

Dass die Olympiasiegerin auch anders kann, zeigte sie zuvor im Interview mit dem "Spiegel". Sie fühle sich von der Reiterlichen Vereinigung im Stich gelassen: "Ich bin keine Kriminelle." In der Tat gibt es unterschiedliche nationale und internationale Medikationslisten. Wo Doping wirklich anfängt, definiert jeder anders. Beim Aachener CHIO werden immerhin die Kontrollen verstärkt.

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