Lausanne (dpa) - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat die Rechtmäßigkeit des Ausschlusses von Doping-Sündern von den nächsten Olympischen Spielen bekräftigt.

«Die Athletenkommission unterstützt die Regel, und sie wird weiter angewendet», erklärte IOC- Vizepräsident Thomas Bach nach einer gemeinsamen Sitzung des Exekutivkomitees und der Athletenvertreter in Lausanne. Damit reagierte das IOC darauf, dass der wegen Dopings gesperrte 400- Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt (USA) diese Regel vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten will.

Die Verschärfung der Regel 45 der Olympischen Charta war vor den Olympischen Spielen 2008 verabschiedet worden. Danach sind Athleten, die wegen Dopings länger als sechs Monate gesperrt werden, von den nächsten Spielen automatisch ausgeschlossen. «Es ist keine Sanktion, sondern es ist eine Bedingung zur Teilnahme an Olympischen Spielen», erklärte Bach. Kritiker halten die Regel für eine doppelte Bestrafung eines gedopten Athleten und unvereinbar mit dem Code der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA).

Der US-Leichtathlet Merritt wurde nach einem Doping-Vergehen für 21 Monate gesperrt. Der Bann läuft in dieser Sommer aus, dennoch darf er nicht an den Sommerspielen 2012 in London teilnehmen. Eine Einschätzung, ob Merritts beabsichtige Klage vor dem CAS erfolgreich sein könnte, wollte Bach nicht geben: «Das ist reine Spekulation.» Bei einem Erfolg vor dem CAS dürften zwischen 30 und 40 Athleten, die nach Regel 45 von den London-Spielen ausgeschlossen wären, auf einen Start an der Themse hoffen.

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