Moritz Volz über London und Schalke 04.

Herr Volz, überrascht Sie das Interview?

Moritz Volz: Es ist in England nicht üblich, dass man mit Journalisten an einem Tisch sitzt oder Fans beim Training sind. Der Verein stellt normalerweise Meldungen auf die Homepage, die dann verbreitet werden.

Das dürfte Ihnen aber nicht gefallen haben, schließlich haben Sie als Kolumnist der Tageszeitung "Times" erfahren, was Pressefreiheit ist.

Volz: Ich hatte tatsächlich alle Freiheiten. Ich musste nicht nur über Fußball berichten. Ich habe aber niemals Interna aus der Mannschaft ausgeplaudert. Diese Kolumne habe ich zwei Jahre lang geschrieben, bis sie im letzten Jahr wegen der Zeitungskrise eingestellt wurde. Schade.

Sie waren durch eine Verletzung ein Jahr lang außer Gefecht gesetzt und am Ende ohne Verein. Wie haben sie sich in dieser Zeit gefühlt?

Volz: Ich bin zwar kein Typ, der Gedanken daran verschwendet, aus Frust etwas kaputt zu schlagen. Aber es gibt etliche Tage, an denen ich richtig verzweifelt war. Vor allem meine Familie und Freunde haben leider zu häufig meine schlechte Laune zu spüren bekommen.

Weil Ihnen die Ärzte bei Ihrer Schambeinentzündung nicht helfen konnten?

Volz: Ich hatte zwei Operationen hinter mir. Am Ende war ich zur Behandlung bei Müller-Wohlfahrt, ohne einen Termin zu haben. Ich war so verzweifelt, dass ich einfach nach München geflogen bin und mich in das Wartezimmer gesetzt habe. Ich habe den Arzthelferinnen gesagt, dass ich so lange dort sitzen bleiben würde, bis ich behandelt werde. Dort wurde mir dann geholfen.

Nun sind sie Gastspieler im Trainingslager beim FC Schalke 04. Unter Felix Magath wird hart trainiert. Bereuen sie Ihren Schritt?

Volz: Es ist eine Möglichkeit für mich, wieder fit zu werden. Das Trainerteam von Felix Magath hat die Reputation, dass dies gelingen sollte. Ich habe mich gewundert, dass ich nach einem Jahr Pause wieder mithalten kann.

Sie könnten sich also auch eine Zukunft in Gelsenkirchen vorstellen?

Volz: Natürlich, sonst würde ich das als verschwendete Zeit ansehen. Ich würde mich über ein Angebot freuen. Aber nach meiner Karriere gehe ich nach London zurück.

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