Die Weltmächte buhlen um ein Regime, das zu den korruptesten der Welt zählt.

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Angolas Regierungschef José Eduardo dos Santos (r.) unterhält sich mit dem Präsidenten des afrikanischen Fußballverbandes CAF, Issa Hayatu.

Angolas Regierungschef José Eduardo dos Santos (r.) unterhält sich mit dem Präsidenten des afrikanischen Fußballverbandes CAF, Issa Hayatu.

dpa

Angolas Regierungschef José Eduardo dos Santos (r.) unterhält sich mit dem Präsidenten des afrikanischen Fußballverbandes CAF, Issa Hayatu.

Kapstadt. Zornig reagierten angolanische Regierungsmitglieder auf den Terroranschlag kurz vor Beginn des Afrika Cups. Von dem Mann, den manche für den Zwischenfall mitverantwortlich machen, kam kein Wort: Angolas ehrgeiziger Präsident Jose Eduardo dos Santos, der seit 30 Jahren die Macht in Angola hat, wollte der Welt ein friedliches, blühendes Angola präsentieren.

Seine fragwürdige Entscheidung, auch die unsichere Exklave Cabinda als Austragungsort für das Turnier mit einzubeziehen, entpuppte sich als tragischer Fehlgriff. Dort kämpfen Rebellen für die Unabhängigkeit der ölreichen Region. Mit ihrem Anschlag auf den Bus der Fußballer aus Togo gelang es ihnen über Nacht, weltweit Aufmerksamkeit zu erregen.

Dabei sollte der Afrika Cup das Image Angolas aufpolieren. Vor allem mit Hilfe der Chinesen wurden neue Stadien und öffentliche Gebäude gebaut, Straßen, Brücken und Hotels. Der ölreiche Staat ist viel umworben. Selbst US-Außenministerin Hillary Clinton machte kürzlich Station in Angola, das heute mehr Öl produziert und exportiert als Afrikas Öl-Gigant Nigeria.

In der erbitterten Konkurrenz zwischen China, Russland und den USA um die Rohstoffquellen in Afrika machte Clinton fast einen Kotau vor dem Regime in Angola, pries zumindest den Wiederaufbau nach Jahrzehnten des Bürgerkriegs und die Fortschritte bei der Demokratisierung. Menschenrechtsorganisationen beschuldigen Angola dagegen der Polizeiwillkür und Folter.

Mehr als 70 Prozent leben von weniger als zwei Dollar pro Tag

Die Einkommensunterschiede in dem über Nacht durch Petrodollars reich gewordenen Staat sind selbst für afrikanische Verhältnisse krass. Mehr als 70 Prozent der rund 13 Millionen Menschen leben von weniger als zwei Dollar pro Tag. Die Elite Angolas genießt in vollen Zügen die sprudelnden Einnahmequellen.

Das in Berlin ansässige, unabhängige Institut "Transparency International" hält Angola für einen der korruptesten Staaten der Welt: Angola wird auf der entsprechenden Liste auf Platz 158 unter 180 Staaten geführt. Der Afrika-Experte Bartholomäus Grill nennt Angola ein Musterbeispiel für das Elend des Kontinents, wo sich trotz Massenarmut kleine "korrupte Eliten" ein Leben in verschwenderischer Pracht leisten würden.

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