Sprunggewaltig
Der Chinese Liu Xiang brillierte bei den Asienspielen über 110 Meter Hürden.

Der Chinese Liu Xiang brillierte bei den Asienspielen über 110 Meter Hürden.

dpa

Der Chinese Liu Xiang brillierte bei den Asienspielen über 110 Meter Hürden.

Guangzhou (dpa) - Zwei Jahre nach dem Olympia-Drama von Peking hat Chinas Volksheld Liu Xiang dem Milliardenvolk einen grandiosen Heimsieg geschenkt.

Der frühere Weltrekordler über 110 Meter Hürden beendete bei den Asienspielen in Guangzhou seine lange Leidenszeit endgültig und holte sich in starken 13,09 Sekunden souverän den Titel. Fast 80 000 begeisterte Landsleute feierten ihr Idol im Aoti Main Stadium mit Ovationen. Mit der besten Zeit seit über drei Jahren machte der 27-Jährige zugleich den «Hattrick» perfekt: Schon 2002 und 2006 war Liu Asienmeister.

«Ich fühle mich heute sehr gut. Mit so einer schnellen Zeit habe ich aber wirklich nicht gerechnet. Ich dachte so an 13,20», sagte der Olympiasieger von 2004. «Der Fortschritt ist schon bemerkenswert», gab Liu zu, «denn mein bestes Ergebnis seit 2008 waren 13,15 Sekunden.» Mehr noch: So flott wie im Finale war der Olympiasieger seit dem 31. August 2007 nicht mehr gerannt. Im japanischen Osaka wurde er in 12,95 Sekunden Weltmeister.

Seine Rivalen degradierte der bescheidene Werbe-Millionär förmlich zu Mitläufern: Landsmann Shi Dongpeng, der Liu im Mai beim Diamond- League-Meeting in Shanghai noch besiegte, hatte als Zweiter in 13,38 Sekunden nicht den Hauch einer Chance. Dritter wurde der Südkoreaner Park Tae-Kyong (13,48).

«Ich hoffe, dass ich noch stabiler werden und mich im Wintertraining weiter verbessern kann», sagte der alte und neue Asienmeister, der noch bis zum Jahr 2015 laufen will: In fünf Jahren finden in Peking die Leichtathletik-Weltmeisterschaften statt.

Die chinesische Hauptstadt war auch Schauplatz seiner größten sportlichen Enttäuschung: Sein Versuch, den Olympiasieg von 2004 in Athen zu wiederholen, scheiterte vier Jahre später im «Vogelnest» unter dramatischen Umständen: Mit schmerzverzerrtem Gesicht war der Volksheld noch vor dem Vorlauf-Start aus dem Stadion gehumpelt.

Die Bilder des gescheiterten Stars gingen um die Welt, Milliarden Chinesen waren geschockt - und weinten mit ihrem Idol. Seinen Weltrekord (12,88 Sekunden) hatte Liu Xiang schon vor den Spielen an den Kubaner Dayron Robles (12,87) verloren.

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