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Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp ist immer schwer beschäftigt.

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp ist immer schwer beschäftigt.

dpa

Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp ist immer schwer beschäftigt.

Hoffenheim (dpa) - Ungeachtet der Transfer-Posse um Demba Ba und der Kritik am 18-Millionen-Verkauf von Luiz Gustavo will Dietmar Hopp seine Rolle als Mäzen des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim fortsetzen.

«Ich werde den Verein weiter finanziell unterstützen müssen, und ich werde das gern tun, aber eben vor dem Hintergrund, dass ich weiß, wir müssen ans rettende Ufer kommen», sagte der 70 Jahre alte Milliardär in einem Interview der «Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung». Hopp hat seit dem Aufstieg in die Bundesliga 2008 weit über 170 Millionen Euro in den Club gesteckt, wollte aber keine Summe möglicher neuer Sponsorengelder nennen.

«Aber ich kann sagen, dass wir Probleme mit der Lizenzierung bei der UEFA bekommen hätten, wenn wir so weiter gemacht hätten wie in den vergangen drei Jahren.» Der Club sei nicht von seinem Einfluss, sondern «nur wirtschaftlich» von ihm abhängig. Das zu ändern sei sein Ziel. Hopp hält 99 Prozent des Club-Stammkapitals.

Im Nachrichtenmagazin «Focus» ergänzte der SAP-Gründer: «Wir streben schon bald Schwarze Zahlen in der Bilanz an, um die ab Sommer 2011 greifenden Financial-Fairplay-Bedingungen der UEFA zu erfüllen. Dafür muss die TSG von mir komplett unabhängig werden. Daran arbeiten wir.» Hopp erwarte die schwarze Null in der Bilanz in zwei, drei Jahren. Bis dahin werde er weiter seine Privatschatulle öffnen. «Aber meine Gelder fließen nicht in den Spielerkader. Ich lasse doch mein Baby nicht in dem Moment im Stich, wo es anfängt zu laufen.»

Die Deutsche Fußball Liga DFL hat angekündigt, die Dokumente des Gustavo-Transfers vom 2. Januar zu überprüfen, ob ein Verstoß gegen die «50+1»-Regelung vorliegt. Hopp soll aktiv mitgewirkt haben. Die in den DFL-Statuten verankerte Sperr-Regelung soll verhindern, dass in Kapitalgesellschaften umgewandelte Proficlubs von Investoren wie Hopp in ihren Geschäften bestimmt werden. Bis zum 9. Januar hatte die DFL kein Ergebnis bekanntgegeben.

Bis dahin herrschte auch zwischen dem Senegalesen Demba Ba und den noch immer ohne den Afrikaner im spanischen Trainingslager La Manga weilenden Hoffenheimern Funkstille. Seit dem Arbeitsstreik Bas und dessen angeblichen Verhandlungen in England mit Premier-League-Clubs hatte 1899-Manager Ernst Tanner «keinen Kontakt mehr zu ihm». Hoffenheim strebt bei der vorzeitigen Auflösung des bis 2013 geltenden Vertrags mit Ba angeblich eine zweistellige Summe im Millionenbereich an.

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