Leverkusen zeigt die schwächste Heimleistung ausgerechnet gegen Köln und spielt 0:0.

Leverkusen. "Fühlt sich an wie ein Sieg." Lukas Podolski war seine Zufriedenheit anzusehen. Ein torloses 0:0 "bei der derzeit spielstärksten Mannschaft der Liga", wie Präsident Wolfgang Overath formulierte, war Balsam auf die Wunden des 1. FC Köln.

90 Minuten lang hatte die Mannschaft von Trainer Zvonimir Soldo vor 30.210 Zuschauern in der BayArena dem vor allem im zweiten Durchgang starken Druck von Bayer Leverkusen standgehalten, den einen oder anderen gefährlichen Konter gesetzt und sich nach dem 1:5-Debakel gegen den VfB Stuttgart neuen Respekt verschafft.

Und Nationalspieler Lukas Podolski war einer derjenigen, die sich in Leverkusen ganz besondern engagierten. Kein Weg war ihm zu lang, keinem Zweikampf ging er aus dem Weg, und kam erstmals dem nahe, was Weltmeister Wolfgang Overath von einem "Führungsspieler" erwartet.

Jupp Heynckes war bedient. "Wenn im Vorfeld eines Derbys nur noch die Höhe des Sieges diskutiert wird, ist das immer schlecht." Heynckes und Sportdirektor Rudi Völler hatten eine Woche lang gewarnt. Vor der Auswärtsstärke der Kölner, vor dem gut organisierten Abwehrverband und vor dem speziellen Reiz des 50. Rhein-Derbys. "Meine Mannschaft läuft keineswegs Gefahr, dieses Spiel und den Gegner zu unterschätzen", hatte Heynckes vorher gesagt.

Der Rekord von 24 Spielen ohne Niederlage war kein Trost

Nach 90 Minuten stand zwar das 24. Spiel ohne Niederlage für Bayer, aber erste Zweifel an der Beständigkeit der Werkself waren doch nicht zu überhören. "Wir haben doch schon einige Punkte liegenlassen", erklärte Spielmacher Toni Kroos. Und Heynckes sagte: "Eine Spitzenmannschaft gewinnt ein solches Spiel mit 1:0." So, wie im Hinspiel.

überragend: -
gut: Adler, Hyypiä, Reinartz
zufriedenstellend: Friedrich, Barnetta, Kießling, Derdiyok, Vidal, Castro, Renato Augusto, Kadlec
enttäuschend: Schwaab, Kroos

überragend: -
gut: Mondragon, Podolski, Geromel
zufriedenstellend: Mohamad, Schorch, Brecko, McKenna, Petit, Novakovic, Matuschyk, Freis
enttäuschend: -

Als das Spiel zwei Stunden hinter ihm lag, gab sich der Bayer-Trainer aber schon wieder zuversichtlicher: "Wir werden das wegstecken." Negative Tendenzen in der Auseinandersetzung mit dem FC Bayern um die Meisterschaft wollte der Trainer jedenfalls nicht sehen: "So weit gehe ich nicht. Meine Spieler sind nicht konzentriert genug gewesen. Wir haben nicht zwingend genug gespielt."

"Für ganz oben gibt es ein paar Unentschieden zu viel" befand Nationaltorwart René Adler, der in der 33. Minute das drohende Führungstor der Kölner durch Sebastian Freis verhinderte.

Lukas Podolski wollte sich seine Zufriedenheit mit dem 0:0 trotzdem nicht nehmen lassen. "Jetzt kommen die Bayern und dann haben wir nur noch Spiele, wo wir die Big Points machen müssen." Der Frust der Niederlage gegen die Stuttgarter war jedenfalls wie weggeblasen. "Wir haben die richtige Reaktion gezeigt", sagte Soldo. "Endlich Engagement, Leidenschaft und Laufbereitschaft. Anders können wir in der Liga nicht bestehen."

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