Harald Schmidt spricht über Guardiola, Sotschi und die Sportschau.

Düsseldorf. Wir müssen über Olympia sprechen, sagt der Moderator. Oder habe die Absage von Merkel, Gauck oder Hollande an Sotschi etwa auch auf seine Begeisterung abgefärbt? „Diese Menschen sind kein Maßstab“, sagt Harald Schmidt, „ich als Topentscheider orientiere mich nicht an Menschen, die alle vier Jahre gewählt werden müssen.“ Also Sotschi ab Samstag mit Schmidt. Vor dem Fernseher. „Ich sehe einfach gerne Palmen.“

Vorlage, Treffer – so funktioniert das Prinzip Schmidt. Der Entertainer verwandelte gestern beim SpoBis in Düsseldorf in diesem Sinne gleich reihenweise. Spricht über IOC-Bach und dessen Schlafgemach in Sotschi. „Der schläft in einem Bett, das früher bei uns in Nürtingen nicht einmal die Migranten abgeholt hätten.“ So etwas wirft Schmidt aus der Bahn. Im Gegensatz zu Millionengehältern im Fußball. „Das ist Marktwirtschaft, ich hoffe nur, dass ein bisschen auch bei den Fußballern ankommt“, sagt Schmidt einem Publikum, das vom anderen Teil des Kuchens isst.

Der „Dreitagebart am ganzen Kopf“ inspiriert die Männer

Und widmet sich seinem eigentlichen Thema: Pep Guardiola. Der Mann, der die „Männer inspiriert“. Vor allem modisch. „Ich sehe nur noch Dreitagebart am ganzen Kopf – und das Hosenbein ist zu eng. Bei den Waden sieht das aus, als warte noch ein Geständnis nach der Karriere.“ So redet sich der Mann, der mit seiner Show von Sender zu Sender zog und jetzt von Sky verlassen wurde („Sie brauchten das Geld vermutlich für Fußball. Das ist in Ordnung“) durch die Fußballwelt. Die er mit Tiger-Hausschuhen und Panties bei grünem Tee im Bezahlfernsehen verfolgt.

Regt sich nicht über abkippende Doppelsechs und falsche Neun auf, sondern nimmt das als Teil des Geschäfts, der ihn nicht interessiert. „Das ist eine neue Generation, so ist das eben. Kopfhörer in Meisterschalen-Größe und immer dort, wo sie der Trainer hinstellt.“ Klage? Nein, „ist ja in der Politik auch immer Thema. Aber ich sage: Westerwelle war halt nicht in Stalingrad“. Wehmut bleibt: „Früher, da gab es Kahn oder Basler, da war die Frage: Wer liefert was?“

So ist Schmidts Welt die eines weisen Mannes, der selbst an der guten alten ARD-Sportschau nichts ändern würde. „Ich würde meinen Kollegen nur eines sagen: Dankt jeden Tag auf Knien, dass wir Millionen raushauen dürfen, ohne das refinanzieren zu müssen.“

Der SpoBis ist laut Veranstalter der größte Sport-Business-Kongress Europas. Gestern und heute reden in Düsseldorf Fachleute und Promis über das Sportgeschäft.

Wir müssen noch über die WM sprechen, sagt der Moderator. „Wer wird Weltmeister?“ Schmidt: „Woher soll ich das wissen?“

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