Wie Heuberger den deutschen Umbruch beschleunigt

Wie Heuberger den deutschen Umbruch beschleunigt

Thomas Niedermüller

Düsseldorf. Martin Heuberger lebt die Zuversicht vor. Allen Unkenrufen und Problemen zum Trotz. In drei Tagen beginnt für die deutsche Nationalmannschaft die Handball-WM. Die Reise nach Spanien ist für den Weltmeister von 2007 nichts anders als ein Trip ins Ungewisse. Doch der Bundestrainer hat „ein gutes Gefühl. Ich spüre die Euphorie bei meinen Spielern.“ Dabei hat es der 48-Jährige derzeit nicht leicht.

Langjährige Leistungsträger wie Holger Glandorf oder Lars Kaufmann pausieren. Uwe Gensheimer ist verletzt. Die Vorbereitung auf das Turnier in Spanien war zudem knapp bemessen. Wenn am Samstag in Granollers die Auftaktpartie gegen Brasilien angepfiffen wird, dann hat die neu zusammengewürfelte Truppe noch nicht einmal 15 gemeinsame Trainingseinheiten absolviert. „Weniger geht wirklich nicht“, sagt Heuberger.

Aber der Mann aus der Ortenau ist weit davon entfernt, sich zu beklagen. Anecken möchte er derzeit nicht. Der ehemalige Spieler des TuS Schutterwald sieht in der momentanen Situation vielmehr eine Chance. Den Umbruch, den er als Nachfolger des 14 Jahre lang tätigen Heiner Brand auf seiner Agenda hatte, leitet er eben schon jetzt ein. Und deswegen befanden sich auf dem am Dienstag nach dem Vormittagstraining erstellten Mannschaftsfoto viele neue Gesichter. Insgesamt sechs WM-Debütanten. Darunter die drei Wetzlarer Steffen Fäth, Tobias Reichmann und Kevin Schmidt, die zusammen auf gerade einmal 14 Länderspiele kommen.

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Das Trio lebt derzeit seinen Traum. „Das hätte ich im Sommer nicht für möglich gehalten“, gibt Schmidt zu. Der Linksaußen steht von den drei HSG-Akteuren derzeit am ehesten im Mittelpunkt.

Schließlich ist der gebürtige Mainzlarer von Heuberger, den er aus seiner Zeit als Juniorennationalspieler bestens kennt, zum Siebenmeterschützen Nummer eins ernannt worden. So erzielte Schmidt bei seinen beiden ersten Länderspielen in der vergangenen Woche gegen Schweden immerhin schon sieben Treffer. Am Mittwochabend sollen weitere dazukommen.

Dann testet die deutsche Mannschaft das letzte Mal vor WM-Beginn ihre Form (20.15 Uhr/Sport1). Gegner werden in Stuttgart die eher zweitklassigen Rumänen sein. Heuberger hat den WM-19. von 2011, der sich für das Turnier in Spanien nicht qualifiziert hat, wegen seiner offensiven Deckung ausgewählt. Denn gegen 3:2:1-Formationen hatte sein Team zuletzt große Schwierigkeiten.

„Ich hoffe, die Rumänen stellen sie uns vor Probleme“, sagt der Bundestrainer und ergänzt: „Dann können wir das, was wir im Training einstudiert haben, im Wettkampf proben.“ Das Endergebnis ist dabei zweitrangig. „Ich werden jeden Spieler zum Einsatz bringen“, erklärt Heuberger.

Ob er allerdings auf Silvio Heinvetter zurückgreifen kann, ist noch offen. Der Torwart, von Heuberger zur Nummer eins ernannt, fehlte am Dienstag wegen eines Gerstenkorns im linken Auge beim Training. „Es hat sich entzündet, aber es ist nicht so dramatisch“, gibt Heinevetter leichte Entwarnung. Hiobsbotschaften hatte die deutsche Mannschaft zuletzt auch genug zu verkraften.

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