Nachdenklich
Bundestrainer Heiner Brand ist die Anspannung vor der WM anzusehen.

Bundestrainer Heiner Brand ist die Anspannung vor der WM anzusehen.

dpa

Bundestrainer Heiner Brand ist die Anspannung vor der WM anzusehen.

Kristianstad (dpa) - Die Würfel sind gefallen: Ohne Torhüter Carsten Lichtlein starten die deutschen Handballer in die WM in Schweden. Einen Tag vor dem richtungweisenden Auftaktspiel gegen Ägypten am Freitag hat Bundestrainer Heiner Brand den Lemgoer aus dem Aufgebot gestrichen.

Das gab er auf einer Pressekonferenz im Mannschafts-Quartier im schwedischen Kristianstad bekannt. Allerdings könnte dies noch nicht die letzte Personalentscheidung der WM gewesen sein. Brand spielt mit dem Gedanken, zum offiziellen Nominierungstermin am Freitag um 9.00 Uhr nur 15 statt der erlaubten 16 Spieler zu benennen. «Das kann sein. Ich muss mir das Regelwerk nochmal genau durchlesen», sagte der Bundestrainer. Streichkandidat wäre dann Rechtsaußen Patrick Groetzki von den Rhein-Neckar Löwen.

Wenige Stunden zuvor war die deutsche Mannschaft via Kopenhagen nach Kristianstad angereist. Nach einem ersten Training und intensivem Videostudium am Abend hofft Brand, dass seine Mannschaft bestens auf die Aufgabe Ägypten im Spielort Lund eingestimmt ist. Nicht zuletzt, weil die zuletzt angeschlagenen Michael Haaß (Göppingen) und Christian Sprenger (Kiel) wieder alle Übungen mitmachen konnten.

Trotz der zwei Niederlagen im unmittelbaren WM-Vorfeld gegen Island wollen die Mannen um Kapitän Pascal Hens schon gegen den Zweiten der Afrikameisterschaft mit breiter Brust auflaufen. «Unser Selbstvertrauen hat in den beiden Spielen auf Island nicht gelitten», sagte Brand. Und Hens denkt gar an Überraschungen gegen die hoch gehandelten Medaillenanwärter Frankreich und Spanien, die in der kommenden Woche als dicke Brocken in der Vorrunde warten. «Wenn wir im Angriff geduldig spielen, können wir die Mannschaften, die Topfavoriten sind, schlagen», sagte der Hamburger Rückraumspieler.

Spätestens dann wird sich auch zeigen, ob die Entscheidung des Bundestrainers, auf den erfahrenen Linksaußen Torsten Jansen (Hamburg) zu verzichten, keine bösen Folgen hat. Denn Brand gestand erneut, dass ihm diese Entscheidung Bauchschmerzen bereitet hat. «Wer mich kennt, der weiß, wie schwer mir die Entscheidung gefallen ist und wie sehr sie mich belastet», sagte der Bundestrainer.

Jansen habe im Gegensatz zu Dominik Klein (Kiel) das ganze Jahr nicht in der Nationalmannschaft gespielt. «Und wenn die Leistungen gleich sind, kann ich nicht dem sagen, der immer gespielt hat, dass er nicht nicht dabei ist», erklärte der Bundestrainer. Und Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) war für die WM gesetzt.

Brand vertraut beiden, dass sie auch in seiner liebsten Abwehrvariante die Rolle auf der Position von Jansen bestens ausfüllen. «Gensheimer und Klein können das», legte sich Brand fest. Zudem sei das Duo besser, wenn er die Alternativdeckung mit einem vorgezogenen Spieler wählen muss. «Wenn die 6:0-Deckung funktioniert, hat sie grundsätzlich Priorität. Aber wenn man ein Problem hat, muss man Alternativen haben. Das ist die 5:1», erklärte er.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer