DHB-Coach
Martin Heuberger (l) und Oliver Roggisch treffen am Wochenende auf Tunesien. Foto: Roland Weihrauch

Martin Heuberger (l) und Oliver Roggisch treffen am Wochenende auf Tunesien. Foto: Roland Weihrauch

dpa

Martin Heuberger (l) und Oliver Roggisch treffen am Wochenende auf Tunesien. Foto: Roland Weihrauch

Tunis (dpa) - Testspiele statt Titelkampf: Wenn am Sonntag in Dänemark die EM beginnt, sind die deutschen Handballer nur als Sparringspartner für Tunesien auf dem Parkett.

Eine Woche nach dem Gewinn des eigenen Vier-Nationen-Turniers zum Jahresauftakt will die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag in Tunis und am Sonntag in Hammamet gewachsene Reife gegen den Afrikameister nachweisen. «Es geht vor allem darum, die beim Supercup und Vier-Länder-Turnier gespielten Dinge weiter zu verfestigen und Automatismen einzuschleifen», sagte Bundestrainer Martin Heuberger vor der Abreise.

Während Europas 16 beste Mannschaften bis zum 26. Januar um die Nachfolge von Titelverteidiger Dänemark spielen, muss sich der erstmals nicht für eine EM qualifizierte WM-Fünfte als Testspiel- Meister profilieren. Nach den EM-Startern Polen, Schweden, Island, Österreich Russland sowie Ägypten mit fünf Siegen und einer Niederlage misst sich die DHB-Auswahl nun mit den Tunesiern, die sich auf die Afrikameisterschaft vom 16. bis 25. Januar in Algerien vorbereiten. «Wir wollen ein guter Testspielgegner sein», versprach Kapitän Oliver Roggisch, der an diesem Samstag sein 200. Länderspiel bestreitet.

Heuberger verfolgt mit dem Nordafrika-Trip vorrangig zwei Ziele: Raus aus der Komfortzone von Heimspielen und seinem Team weiteren Schliff für die WM-Playoffs im Juni geben. «Auswärtsspiele sind ein wichtiger Baustein in der Entwicklung unserer Mannschaft. Ich bin froh, dass wir das hinbekommen haben», betonte der Bundestrainer. «Wir müssen lernen, uns auch außerhalb unserer heimatlichen Wohnzimmer und unter schwierigen Bedingungen zu behaupten.» In der vergeigten EM-Ausscheidung hatte die DHB-Auswahl nur das Auswärtsspiel in Israel gewonnen, in Montenegro und Tschechien setzte es Niederlagen.

Die Testspiel- und Turniererfolge oder auch das frühsommerliche Wetter in Nordafrika können nur unzureichend über die deutsche Handball-Tristesse hinwegtäuschen. Erstmals fehlt der weltgrößte nationale Verband bei einer EM. Neben Vertretern der Verbandsführung reist nur Heuberger zur Hauptrunde der EM, die in Arhus, Aalborg, Kopenhagen und Herning ausgespielt wird.

Die großen EM-Favoriten sind einmal mehr Gastgeber und Titelverteidiger Dänemark, die trotz Umbruchs starken Franzosen, die nimmermüden Kroaten und auch Weltmeister Spanien. Die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt für die WM 2015 in Katar. Dieses Ziel verfolgen auch die deutschen Handballer, müssen sich dafür aber im Juni in zwei Playoff-Spielen durchsetzen. Der Gegner ist ein Team, das bei der EM auf den Plätzen fünf bis 13 einkommt. Ausgelost wird am 26. Januar vor dem Endspiel in Herning. «Da brauchen wir auch ein bisschen Losglück», meinte der Bundestrainer.

Das DHB-Aufgebot für die Länderspiele gegen Tunesien:

Tor: Silvio Heinevetter (Füchse Berlin), Jens Vortmann (GWD Minden), Andreas Wolff (HSG Wetzlar)

Feld: Stefan Kneer (SC Magdeburg), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen), Oliver Roggisch (Rhein-Neckar Löwen), Finn Lemke (TBV Lemgo), Patrick Wiencek (THW Kiel), Felix Danner (MT Melsungen), Tobias Reichmann (HSG Wetzlar), Hendrik Pekeler (TBV Lemgo), Fabian Wiede (Füchse Berlin), Tim Kneule (Frisch Auf Göppingen), Martin Strobel (HBW Balingen-Weilstetten), Kai Häfner (HBW Balingen-Weilstetten), Dominik Klein (THW Kiel)

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