Schiedsrichter-Duo aus Sachsen-Anhalt: Lars Geipel (l) und Marcus Helbig. Foto: Jens Wolf
Schiedsrichter-Duo aus Sachsen-Anhalt: Lars Geipel (l) und Marcus Helbig. Foto: Jens Wolf

Schiedsrichter-Duo aus Sachsen-Anhalt: Lars Geipel (l) und Marcus Helbig. Foto: Jens Wolf

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Schiedsrichter-Duo aus Sachsen-Anhalt: Lars Geipel (l) und Marcus Helbig. Foto: Jens Wolf

Belgrad (dpa) - Nicht nur für die deutschen Handballer geht es bei der EM um Olympia. Auch die beiden deutschen Schiedsrichter Lars Geipel und Marcus Helbig wollen sich in Serbien mit guten Leistungen für London empfehlen.

Eine Stunde joggen, Videoanalyse und dann als aufmerksame Beobachter ab in die Halle: Selbst der freie Sonntag war für die beiden deutschen EM-Schiedsrichter nicht frei von Handball und ließ nach drei Spielen gerade noch Zeit für ein paar Telefonate und E-Mails. Das Duo aus Sachsen-Anhalt verfolgt in Serbien das gleiche Ziel wie das deutsche Handball-Team: Die Grundlage für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in London legen. «Es geht auch für uns um die Olympia-Qualifikation», sagte Lars Geipel.

Ginge es nach dem Deutschen Handballbund (DHB), wäre das Duo aus Steuden und Landsberg schon dabei. «Sie sind vorgeschlagen, denn sie sind unsere Nummer 1», sagte der für Leistungssport zuständige DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Der einstige Bundestrainer hat keinerlei Zweifel daran, dass Geipel und Helbig die Richtigen sind für Top-Partien. «Sie haben sich einen Spitzenplatz im internationalen Handball erkämpft. Durch das Stahlbad Bundesliga sind sie im Vorteil gegenüber vielen Gespannen, die in schwächeren Ligen pfeifen. Sie gehören zu denen, die für ein Halbfinale infrage kommen», meinte Bredemeier.

Ob der 36-jährige Geipel und sein fünf Jahre älterer Partner Helbig schon bei ihrer Premieren-EM in Serbien in der Medaillenrunde zum Einsatz kommen, hängt wesentlich vom Abschneiden der DHB-Auswahl ab. Von ihrem Einsatzort Novi Sad aus verfolgen die beiden die Spiele des Teams aufmerksam. «Wir freuen uns für die deutschen Spieler, wenn sie weiterkommen. Sie müssen sich für Olympia qualifizieren. Da stehen wir gern hintenan», sagte Lars Geipel.

In der Vorrunde pendelten die beiden Referees zwischen den Spielorten Vrsac und Novi Sad und leiteten dort als einziges Gespann drei Spiele. Allerdings war die dritte Partie nicht geplant. Weil sich der Däne Lars Ejby Pedersen im Duell der Gruppe D zwischen Island und Norwegen eine Fußverletzung zuzog und er und sein Partner Per Olesen abreisen mussten, sprangen Geipel und Helbig als Ersatz ein. «Für die Schiedsrichter sind das sehr schwere EM-Spiele, weil es viele, viele Zweikampfsituationen gibt», bilanzierte Geipel.

Seit 20 Jahren pfeifen der Redakteur der «Mitteldeutschen Zeitung» und der Arbeitsvermittler Helbig gemeinsam. Bevor das Duo zusammen pfiff, konkurrierten sie miteinander - beim Handballspiel zwischen dem HC Einheit Halle-Neustadt und der TSG Halle-Neustadt waren sie Gegner. Später wurden sie erst Schiedsrichter-Partner und dann Freunde.

«Unser erstes Spiel war eine ziemliche Katastrophe», erinnerte sich Geipel. Inzwischen haben sie rund 150 internationale Spiele und gut 450 Partien für den DHB geleitet. Bisherige Höhepunkte waren die WM der Männer 2011 in Schweden sowie die Frauen-WM 2007 in Frankreich und 2009 in China. Das nächste Ziel ist nun London.

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