Torversuch
Nationalspieler Michael Haaß (r) im Wurf gegen zwei Isländer.

Nationalspieler Michael Haaß (r) im Wurf gegen zwei Isländer.

dpa

Nationalspieler Michael Haaß (r) im Wurf gegen zwei Isländer.

Reykjavik (dpa) - Die deutschen Handballer haben ihre letzten beiden Tests vor der WM gegen Island verloren. Nun steht ihnen harte Arbeit bevor. Überzeugt hat aber Spielmacher Kraus. Nun steht Bundestrainer Brand noch vor kniffligen Personalentscheidungen.

Wechselhafte Leistungen, gemischte Gefühle und ein weiter ungelöstes Linksaußen-Problem: Nach zwei Niederlagen gegen Island sind die deutschen Handballer von Reykjavik aus in ihre letzte Etappe vor der WM mit der Gewissheit aufgebrochen, dass bis zum Turnierbeginn am 13. Januar noch harte Arbeit bevorsteht. Allein ein glänzend aufgelegter Spielmacher Michael Kraus reichte nicht, um das 27:31 beim Olympia- Zweiten und damit die zweite Niederlage binnen 24 Stunden zu verhindern. Im ersten Duell hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) mit 23:27 verloren.

«Wir haben das Spiel leichtfertig aus der Hand gegeben. So kann man auf Island nicht bestehen», gestand Kraus. Der Hamburger Mittelmann war mit neun Treffern auch in der zweiten Begegnung bester Torschütze. Die deutsche Mannschaft habe zwar im Vergleich zum Vortag Fortschritte gezeigt. «Wir haben aber zu viele einfache Tore aus dem Rückraum kassiert und müssen lernen, in der Abwehr noch aggressiver zu Werke zu gehen», forderte Kraus.

Die knappen Niederlagen können der DHB-Auswahl als Mutmacher dienen. Doch um das Stadium eines ernsthaften Kontrahenten zu überwinden, der dennoch am Ende verliert, ist bis zum deutschen WM- Auftaktspiel am 14. Januar in Lund gegen Ägypten eine Steigerung nötig. «Es war ein Spiel von zwei Mannschaften auf Augenhöhe», befand Bundestrainer Heiner Brand.

In die gleiche Kerbe schlug auch DHB- Vizepräsident Horst Bredemeier. «Island hat seinen Heimvorteil und seine individuellen Stärken in die Waagschale geworfen, das gab den Ausschlag. Ich bin dennoch nicht enttäuscht. Wir haben bis auf wenige Minuten mit dem Olympia-Zweiten mitgehalten», sagte der frühere Bundestrainer.

In beiden Spielen gegen die robusten Isländer kosteten individuelle Patzer und Aussetzer bessere Resultate. «Eine Schwächephase zwischen der 15. und 20. Minute, als wir vier Gegenstoßtore kassieren mussten, hat die Partie gegen uns entschieden. Diesem Rückstand sind wir die ganze Zeit vergeblich hinterher gelaufen», analysierte Brand nach der zweiten Partie.

Er muss nun in den verbleibenden Vorbereitungstagen nicht nur seine Mannschaft auf die schwere WM-Vorrunde mit Titelverteidiger, Olympiasieger und Europameister Frankreich, Ex-Weltmeister Spanien, Afrikameister Tunesien sowie Ägypten und Außenseiter Bahrain vorbereiten. Vielmehr steht dem Gummersbacher auch noch eine knifflige Personalentscheidung ins Haus. Wer aus dem Linksaußen-Trio Torsten Jansen (Hamburg), Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) und Dominik Klein (Kiel) muss zu Hause bleiben?

Zumindest in der Offensive hatte in den Island-Spielen Gensheimer das glücklichere Händchen, nachdem Brand den erfahrenen Jansen nicht mit auf die Vulkaninsel genommen hatte. Und noch eine weitere Personalie muss der Bundestrainer klären: Auf der linken Rückraum- Position rangeln in Pascal Hens (Hamburg), Sven-Sören Christophersen (Berlin) und Lars Kaufmann (Göppingen) drei Spieler um zwei Plätze. Hens ist Kapitän der Nationalmannschaft und damit gesetzt. Bis spätestens zum Ende des Trainingslagers in Ahrensburg am Dienstag wird Brand sich wohl entscheiden, welche 16 Spieler er mit nach Schweden nimmt.

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