Zittersieg
Trotz des Protestes der Mazedonier konnten die Deutschen am Ende jubeln. Foto: Jens Wolf

Trotz des Protestes der Mazedonier konnten die Deutschen am Ende jubeln. Foto: Jens Wolf

dpa

Trotz des Protestes der Mazedonier konnten die Deutschen am Ende jubeln. Foto: Jens Wolf

Nis (dpa) - Zittersieg auf dem Parkett, erwarteter Erfolg am Grünen Tisch: Gestärkt von gleich zwei gewonnenen Duellen gegen Mazedonien gehen Deutschlands Handballer bei der EM in Serbien ins nächste Endspiel. Der Protest Mazedoniens wurde abgewiesen.

Im ewig jungen Duell mit Schweden braucht die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger am Donnerstag mindestens einen Punkt, um ohne anschließende Schützenhilfe von Tschechien gegen Mazedonien die Hauptrunde zu erreichen. «Es ist wieder ein K.o.-Spiel. Wir haben es in der Hand, weiterzukommen oder rauszufliegen», verdeutlichte Torhüter Silvio Heinevetter die Situation.

Dank einer Energieleistung und des 24:23 am Vortag hat sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) alle Chancen auf den Turnierverbleib und einen Qualifikationsplatz für Olympia erhalten. Doch letztlich perfekt wurde der erste EM-Erfolg unter Bundestrainer Martin Heuberger erst am Mittwoch durch einen Sieg am Grünen Tisch. Die Disziplinarkommission der Europäischen Handball-Föderation (EHF) wies einen Protest Mazedoniens ab. «Damit war ja zu rechnen, das ist eine Tatsachenentscheidung. Wir waren von dem Protest überrascht, hatten deswegen aber keine schlaflose Nacht», sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Er habe zudem noch bei keiner EM oder WM erlebt, dass ein solcher Protest Erfolg gehabt hätte.

Die mazedonische Verbandsführung hatte ihren Einspruch gegen das Resultat damit begründet, dass der letzte Wurf von Kiril Lazarov wenige Sekunden vor Spielschluss im deutschen Tor gewesen sein soll. Das EHF-Gremium war nach eingehendem Videostudium zu einem anderen Urteil gekommen und hatte das Resultat bestätigt.

«Der Sieg war enorm wichtig», sagte Martin Heuberger. Auch Heinevetter, der in der Schlussphase mit Glanzparaden den hart erkämpften Erfolg gesichert hatte, war sich der Bedeutung bewusst. «Mir ist wie allen anderen ein riesen Stein vom Herzen gefallen. So ein Sieg bringt mehr Selbstvertrauen, als wenn du Mazedonien oder eine andere Mannschaft mit zehn Tore weghaust», meinte der Berliner.

Aus dem zweiten Erfolg im siebten Spiel unter dem neuen Bundestrainer wollen die Mannen um Kapitän Pascal Hens den nötigen Schwung für das Duell mit Schweden mitnehmen. «Wir müssen mit Selbstvertrauen da weitermachen, wo wir aufgehört haben», sagte der Hamburger vor dem 101. Aufeinandertreffen der Dauerrivalen. Dabei setzen die deutschen Spieler auf den gleichen Teamgeist und die Leidenschaft, die sie gegen die Balkan-Handballer an den Tag gelegt haben. «So ein Fight schweißt zusammen», meinte Spielmacher Michael Haaß, «ich hoffe, dass das auch zu Hause alle an den Fernsehern gesehen haben.»

Für das letzte Vorrundenspiel in der Gruppe B gab auch Torhüter Carsten Lichtlein Entwarnung. Der Lemgoer hatte sich am Dienstag bei einem Zusammenprall mit Gegenspieler Vladimir Temelkov eine Schulterprellung zugezogen. «Ich konnte den Arm nicht mehr heben. Aber das ist zum nächsten Spiel wieder in Ordnung», sagte er.

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