Siegreich
Deutschlands Spieler bedanken sich nach Spielende bei den Fans. Foto: Monika Skolimowska

Deutschlands Spieler bedanken sich nach Spielende bei den Fans. Foto: Monika Skolimowska

Deutschlands Tobias Reichmann (r) wirft gegen Islands Torhüter August Björgvinsson einen Siebenmeter. Foto: Monika Skolimowska

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Deutschlands Spieler bedanken sich nach Spielende bei den Fans. Foto: Monika Skolimowska

Neu-Ulm (dpa) - Nach der erfolgreichen EM-Generalprobe gegen Island genossen die deutschen Handballer zunächst den letzten Applaus - anschließend überraschte Bundestrainer Christian Prokop mit einer unerwarteten Kader-Nominierung.

Die Europameister Finn Lemke, Fabian Wiede und Rune Dahmke müssen bei der Mission Titelverteidigung zunächst zuschauen. Alle drei sowie Newcomer Marian Michalczik strich der Bundestrainer aus seinem 16-köpfigen Aufgebot für die Endrunde in Kroatien.

«Das war die schwierigste Entscheidung meiner bisherigen Amtszeit», sagte Prokop, der mit dieser Maßnahme verblüffte. «Wir haben sehr gute Möglichkeiten, um auch im Laufe des Turniers reagieren zu können. Die EM ist lang.» Bei aller Enttäuschung sei es aber wichtig, dass der Teamgedanke im Vordergrund bleibe.

Gemeinsam mit ihren Teamkollegen hatten sich Lemke, Dahmke und Wiede nach dem überzeugenden 30:21 (13:8) gegen die Isländer noch lautstark feiern lassen. Trotz der überraschenden Maßnahme reist die DHB-Auswahl nun mit großem Selbstbewusstsein am kommenden Donnerstag von Berlin nach Zagreb. «Wir haben uns sehr gut präsentiert. Das lässt einiges erhoffen für das Turnier», sagte Torhüter Andreas Wolff.

Beste deutsche Werfer waren Kapitän Uwe Gensheimer, Philipp Weber und Tobias Reichmann mit je vier Toren. Schon beim ersten Test am Freitag hatte der Europameister mit 36:29 gegen die Isländer gewonnen. «Das gibt uns Mut für das erste Gruppenspiel gegen Montenegro am Samstag. Vieles von dem, was wir trainiert haben, hat schon gepasst», sagte Gensheimer.

In Turnierform präsentierten sich die Deutschen schon jetzt. Anders als noch im ersten Test gegen die Isländer am vergangenen Freitag startete die DHB-Auswahl deutlich konzentrierter in die Partie. Während des ganzen Spiels lag der Europameister permanent in Führung. Diese wäre zwischenzeitlich sogar noch höher ausgefallen, wenn Prokops Team vor dem Tor noch entschlossener agiert hätte.

Allerdings fehlte in Aron Pálmarsson am Sonntag auch der Superstar der Isländer. Der Ex-Kieler hatte die DHB-Abwehr im ersten Match noch vor große Probleme gestellt, diesmal standen Defensivchef Finn Lemke und seine Nebenleute deutlich sicherer. Auch Torhüter Silvio Heinevetter glänzte im ersten Durchgang erneut mit etlichen Paraden und hielt den großen Vorsprung seiner Mannschaft fest. In der zweiten Halbzeit stand auch Wolff ihm in nichts nach.

Ansonsten überzeugte der Titelverteidiger vor allem im Kollektiv. Julius Kühn zeigte sich gewohnt wurfstark, Rechtsaußen Patrick Groetzki dynamisch und der zuletzt lange verletzte Weber extrem effektiv. Auf den Schlüsselpositionen passte es. Mit Blick auf das erste Gruppenspiel am kommenden Samstag gegen Montenegro hatte Prokop eine stabile Abwehr gefordert - und bekam sie bei der Generalprobe zu sehen.

«Ziel ist, dass wir die Vorrunde mit maximaler Punkteausbeute überstehen», sagte Prokop. Auch die Wurfqualität aus dem Rückraum war gut. Lediglich Kapitän Gensheimer offenbarte trotz seiner vier Tore ungewohnte Abschlussschwächen und scheiterte einmal auch vom Siebenmeterpunkt. Seine Chancen auf ein EM-Ticket schmälerte das aber nicht.

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