Spitzenkampf
Beim Handball-Supercup hatte der HSV Hamburg gegenüber dem THW Kiel das Nachsehen.

Beim Handball-Supercup hatte der HSV Hamburg gegenüber dem THW Kiel das Nachsehen.

dpa

Beim Handball-Supercup hatte der HSV Hamburg gegenüber dem THW Kiel das Nachsehen.

eipzig (dpa) - Größter Etat, Favorit der Trainer, eingespieltes Team: 60 Tage nach dem ersten Titel für den HSV Hamburg startet Handball-Rekordchampion THW Kiel die Jagd auf den Meister.

«Wir sind bereit, um den ersten Platz zu kämpfen. Wir sind eine super Mannschaft und nicht schlechter geworden als im letzten Jahr», verkündete Kiels Rückraum-Ass Kim Andersson selbstbewusst.

Mit 9,5 Millionen Euro weist Kiel den größten Etat für die an diesem Samstag beginnende Bundesliga-Saison auf. Daneben nimmt sich Aufsteiger TV Hüttenberg mit einem Haushalt von 0,95 Millionen Euro arm wie eine Kirchenmaus aus. Insgesamt wollen die 18 Clubs nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa die Summe von 73,65 Millionen Euro umsetzen. Nach Angaben des Ligaverbandes HBL sind es sogar knapp 88 Millionen Euro, die bei den Planungen für die Spielzeit 2011/2012 angegeben wurden.

Erstmals seit 23 Jahren hat der THW Kiel keinen neuen Spieler verpflichtet. Allerdings sind der Schwede Andersson und der Franzose Daniel Narcisse nach jeweils fast einjähriger Zwangspause nahezu neu im Team. Die Bundesliga-Trainer werteten die beiden «Neuzugänge» als wesentliche Verstärkung und tippten in einer dpa-Umfrage 16 Mal auf den DHB-Pokalsieger als Titelanwärter Nummer eins. Titelverteidiger Hamburg wurde 13 Mal genannt. «Mein Tipp ist der THW Kiel. Die hatten letztes Jahr soviel Verletzungspech, das kann in diesem Ausmaß wohl nicht noch einmal so passieren. Beim HSV Hamburg werden sich die Mannschaft und der neue Trainer erst finden müssen», erklärte Rolf Brack, Trainer von HBW Balingen-Weilstetten.

Beim ersten Schlagabtausch hatte Kiel in dem erwarteten Kopf-an-Kopf-Rennen die Nase vorn. Auch dank neun Toren von Andersson gewann das Team von Trainer Alfred Gislason in München mit 24:23 gegen Hamburg zum sechsten Mal den Supercup. «Wir freuen uns schon auf das nächste Spiel gegen den THW», sagte der neue HSV-Trainer Per Carlen trotzig.

Meister-Trainer Martin Schwalb ist nun Geschäftsführer und Präsident des Vereins und lotste neben dem schwedischen Coach auch dessen Sohn Oscar und Torhüter Dan Beutler von der SG Flensburg-Handewitt an die Alster. Jungstar Oscar Carlen soll den zu den Rhein-Neckar Löwen abgewanderten Krzysztof Lijewski ersetzen, ist aber nach einem Kreuzbandriss noch nicht wieder fit. Prominent sind auch die Neuen in Flensburg: Trainer Ljubomir Vranjes wertete seinen Kader mit den Nationalspielern Lars Kaufmann (Göppingen) und Holger Glandorf (Lemgo) auf.

Einen argen qualitativen Aderlass müssen die Rhein-Neckar Löwen verkraften, die beim Wildcard-Turnier mit der Qualifikation für die Champions League in die Saison einsteigen. Mit den Polen Slawomir Szmal und Grzegorz Tkaczyk (beide Kielce) sowie den Isländern Olafur Stefansson und Gudjon Valur Sigurdsson (beide Kopenhagen) gingen Weltklassespieler. Den Transfer-Coup aus dem Ausland landeten die Füchse Berlin mit Iker Romero (Spanien) vom Champions-League-Sieger FC Barcelona.

Von den insgesamt 306 Bundesliga-Spielen wird der Sender Sport1 91 Partien live im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Weitere 65 Begegnungen zeigt der Spartensender gegen Bezahlung.

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