Wurfgewaltig
Lars Kaufmann (l) steigt gegen die französische Abwehr hoch.

Lars Kaufmann (l) steigt gegen die französische Abwehr hoch.

DHB-Keeper Silvio Heinevetter (r) im 7-m-Duell gegen Frankreichs Michael Guigou.

Pascal Hens (M) wird von der französischen Abwehr gestoppt.

Bundestrainer Heiner Brand (l) sitz regungslos auf der deutschen Bank.

Der Franzose Nikola Kararbatic (r) jubelt nach einem Treffer.

Bundestrainer Heiner Brand mit Sorgenfalten im Gesicht.

Michael Kraus (M) liegt nach einem Foul eines Franzosen am Boden.

Michael Kraus (l) und Holger Glandorf nach der Niederlage gegen Frankreich.

dpa, Bild 1 von 8

Lars Kaufmann (l) steigt gegen die französische Abwehr hoch.

Kristianstad (dpa) - Adieu, Halbfinale. Die deutschen Handballer haben gegen Frankreich die zweite WM-Pleite erlitten und damit auch die letzte theoretische Chance auf die Medaillenrunde verspielt. Die DHB-Auswahl unterlag in Kristianstad gegen den Olympiasieger und Europameister mit 23:30 (10:13).

Durch die Niederlage verpasste die DHB-Männer auch den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde. «Ich denke, das Ergebnis spiegelt den Leistungsunterschied zwischen den beiden Mannschaften wider. Das muss man akzeptieren», sagte Bundestrainer Heiner Brand.

Im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A muss sein Team am Donnerstag gegen Tunesien mindestens unentschieden spielen, um in die zweite Turnierphase zu kommen. Dort würde der Weltmeister von 2007 dann mit null Punkten starten. «Jetzt haben wir morgen ein absolutes Endspiel. Es geht um die Zukunft des deutschen Handballs. Wir müssen die Hauptrunde erreichen - etwas anderes gibt es nicht», sagte Spielmacher Michael Kraus vor der Partie gegen Tunesien und fügte hinzu: «Jetzt trinken wir mal ein Bier zusammen und gucken nach vorn.»

Trotz der klaren Pleite gegen die Franzosen forderte Brand: «Wir müssen positiv in das Spiel gehen.» Der Trainer fand die Leistung im ersten Durchgang noch «in Ordnung. Da war alles offen. Nach der Halbzeit sind aber alle Dämme auseinandergebrochen», sagte Brand, der viele «Undiszipliniertheiten» und «blöde Fouls» seiner Spieler monierte.

Zwei Tage nach der bitteren 24:26-Niederlage gegen Ex-Weltmeister Spanien war die deutsche Mannschaft auf ihren ersten WM-Coup aus, leistete sich aber zu viele Schwächen, um Frankreich in Bedrängnis zu bringen. Auch setzten einmal mehr die Rückraumspieler zu wenig Akzente. Vor 4250 Zuschauern in der Kristianstad Arena warf der Hamburger Kraus (7/2) die meisten Tore für die DHB-Auswahl.

Wie angekündigt setzte Brand gegen Frankreich erstmals bei diesem Turnier von Beginn an auf ihn, nachdem er Kraus nach der Spanien- Niederlage noch Führungsqualitäten abgesprochen hatte. Gegen den Weltmeister mühte sich Kraus redlich. Auch wenn nicht alles gelang und ihm und seinen Nebenleuten Fehlwürfe unterliefen, führte die deutsche Mannschaft unter seiner Regie mit 4:2 (9. Minute) und 7:6 (16.). Grundlage waren einmal mehr die robuste und aggressive Deckung und der stark haltende Torhüter Silvio Heinevetter.

Dann aber gelang der DHB-Auswahl plötzlich nichts mehr. Sechs Minuten lang warfen die Mannen um Kapitän Pascal Hens kein Tor. Die Franzosen hingegen nutzten ihre Chancen konsequent und brachten den Weltmeister von 2007 mit 7:10 (23.) ins Hintertreffen. Auch eine Auszeit von Brand mit taktischen Hinweisen und dem Wechsel von Kraus und Hens zu Michael Haaß und Lars Kaufmann brachte keine Besserung. Im Gegenteil: Der Rückstand wuchs auf 8:13 (27.) an. Bis zur Pause gelang nur noch eine Resultatsverbesserung auf 10:13.

Nach Wiederanpfiff stemmten die deutschen Spieler sich zwar gegen die sich anbahnende Niederlage. Doch weil sie gegen die massive Abwehr der Franzosen kein Mittel fanden, blieb dies erfolglos. Und als Bertrand Gille das 19:12 (41.) für Frankreich markierte, war die Partie entschieden.

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