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Bundestrainer Martin Heuberger verbot Bier in der Kabine. Foto: Hendrik Schmidt

Bundestrainer Martin Heuberger verbot Bier in der Kabine. Foto: Hendrik Schmidt

dpa

Bundestrainer Martin Heuberger verbot Bier in der Kabine. Foto: Hendrik Schmidt

Leipzig (dpa) - Martin Heuberger sorgte für Verblüffung. Der Bundestrainer untersagte den Helfern beim Allstar Game in Leipzig, dass sie ein paar Kästen Bier in der Umkleidekabine der Handball-Nationalspieler abstellen. «Hier nicht», legte er fest und erntete ungläubige Blicke.

Doch Heuberger meinte es ernst. «Sie können nachher noch ein Bier trinken, aber jetzt nicht», beschied er nachdrücklich. Die Volunteers mussten mit ihrem vollen Bierwagen weiterziehen. Die Botschaft des Bundestrainers war unmissverständlich: Seine Nationalspieler müssen einen klaren Kopf behalten.

Nichts soll von den Playoffs für die WM 2015 ablenken. Die Partien gegen den EM-Sechsten Polen am 7./8. und 14./15. Juni beeinflussten sogar das Allstar Game. Zwar gewann die deutsche Nationalmannschaft am Samstag vor 7063 Zuschauern in der ausverkauften Arena Leipzig mit 38:31 (15:17) gegen eine Bundesliga-Auswahl. Doch überzeugend war der siebte Erfolg im zehnten Duell nicht. Und noch nie steckte so viel Ernsthaftigkeit im eigentlich als Handball-Gala gedachten Show-Spiel. «Pflicht erfüllt», konstatierte Heuberger, «wir haben das seriös runtergespielt.»

Doch auch der Bundestrainer hat gesehen, dass die durch Leser- und Fanvotum zusammengestellten Allstars seine Auswahl vor Probleme gestellt hat. Erst als die bunt zusammengewürfelte Truppe um Welthandballer Domagoj Duvnjak und Ex-Welthandballer Filip Jicha an Einsatz nachließ, wendete die Nationalmannschaft einen 13:17-Rückstand (28.) in eine siegverheißende 35:28-Führung (55.). «In der Abwehr haben wir in der ersten Halbzeit nicht die notwendige Aggressivität gezeigt», monierte der Schutterwälder.

Vor den Augen von Polens deutschem Trainer Michael Biegler ließ die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) die fürs Allstar Game typische Lockerheit über weite Strecken vermissen. Zu großen Druck auf sein Team hat Heuberger aber nicht ausgemacht: «Wenn man das nicht aushält, ist man hier fehl am Platze.» Trotzdem waren für die unterhaltsamen und spektakulären Aktionen im Spaß-Spiel überwiegend Duvnjak und Co. zuständig. Aufseiten der Nationalmannschaft bekam allein Torhüter Silvio Heinevetter Szenenapplaus, als er einen Konter mit einem Torerfolg abschloss.

Derweil wurde im Hintergrund bereits eifrig an passenden Vorbereitungsmaßnahmen für die WM-Playoffs gefeilt. Neben dem feststehenden Vergleich mit Österreich am 4. März in Schwechat soll in der ersten Juniwoche noch ein Testspiel gegen einen Top-Gegner stattfinden. «Da gibt es gerade Gespräche», bestätigte Heuberger. Am Rande des Allstar Games hatte er in Leipzig zudem 15 von 18 Trainern der Bundesliga-Clubs sein Gesamtkonzept vorgestellt und seine Wünsche für Unterstützung im Vorfeld der Playoffs geäußert. «Es war ein gutes Klima und ein reger Austausch», berichtete der Bundestrainer.

Zusätzlichen Trainingstagen mitten in der Meisterschaft erteilte der Ligaverband HBL jedoch eine Absage, weil sich Spiele nicht mehr verlegen ließen. Dennoch sagte Geschäftsführer Frank Bohmann so viel Hilfe wie möglich zu. «Wir haben im Moment eine sehr positive Aufbruchstimmung zugunsten der Nationalmannschaft», sagte er. Angesichts von verpassten Olympischen Spielen 2012 und EM 2014 muss gegen Polen die WM-Qualifikation geschafft werden: «Diese Spiele sind so wichtig für uns für die nächsten Jahre.»

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