Titelverteidiger
Der THW Kiel will seinen Pokal-Gewinn aus dem Vorjahr verteidigen. Foto: Julian Stratenschulte

Der THW Kiel will seinen Pokal-Gewinn aus dem Vorjahr verteidigen. Foto: Julian Stratenschulte

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Der THW Kiel will seinen Pokal-Gewinn aus dem Vorjahr verteidigen. Foto: Julian Stratenschulte

Hamburg (dpa) - Beim Final Four um den deutschen Handball-Pokal kommt es zum unerwünschten vorweggenommenen Endspiel. In «Glücksfee» Thorsten Fink hat ausgerechnet ein HSV-er dafür gesorgt, dass sich am 5. Mai schon im Halbfinale Meister HSV Hamburg und Cup-Verteidiger THW Kiel gegenüberstehen.

Was beide Top-Clubs vermeiden wollten, loste der Bundesliga-Trainer der HSV-Fußballer am Donnerstag in der Hansestadt aus. Nordrivale SG Flensburg-Handewitt und Außenseiter TuS N-Lübbecke ermitteln den zweiten Teilnehmer für das Finale am 6. Mai.

Unterdessen wurde bekannt, dass das seit 1994 in der Hansestadt ausgespielte Final-Four-Turnier weiter in Hamburg beheimatet sein soll. Der auslaufende Vertrag wird um fünf Jahre verlängert. «Die Creme de la Creme des deutschen und des Welt-Handballs trifft sich seit 2003 in einer der schönsten Hallen der Welt. Das wird mindestens bis 2017 der Fall sein», sagte Liga-Geschäftsführer Frank Bohmann.

«Ich werde schon das richtige Los ziehen», hatte Fink lächelnd verkündet und sich an die Arbeit gemacht. Keine Minute später meinte der Unglücksrabe: «Für mich ist der HSV immer Favorit.» Ihren Ärger versuchten die HSV-Handballer zu verstecken. «Er hat ein gutes Händchen bewiesen, das sind zwei tolle Spiele», meinte HSV-Präsident Martin Schwalb mit süß-saurem Lächeln. Denn für seinen HSV, der im Vorjahr das Turnier vor der eigenen Haustür verpasst hatte, ist der Pokal die letzte realistische Chance auf den Gewinn einer Trophäe. «Ich glaube nicht, dass es in solch einem erlesenen Feld einen Favoriten gibt», meinte Schwalb. «Wenn, dann der THW Kiel.»

Die noch in allen Wettbewerben aussichtsreich im Rennen liegenden Schleswig-Holsteiner nahmen das ungünstige Los gelassen hin. «Dass es gleich ein Spiel gegen den HSV gibt, ist gut für den Handball», betonte THW-Manager Klaus Elwardt. Der souveräne Liga-Tabellenführer ist im Cup-Wettbewerb zum 13. Mal unter den Top Vier und darf weiter auf das Triple aus der praktisch schon sicheren Meisterschaft sowie dem Pokal- und Champions-League-Sieg hoffen. Trotz des Durchmarsches ohne Punktverlust in der Meisterschaft warnte Elwardt: «Man muss unterscheiden zwischen Liga und Pokal, in dem es keinen Favoriten gibt. Alle Gegner hier sind zu respektieren.»

Im Windschatten des Top-Duells verblasste das zweite Match beinahe. Dem dreimaligen Pokalsieger SG Flensburg-Handewitt bietet sich gegen den Liga-Neunten TuS N-Lübbecke die große Endspiel-Chance. «Unsere Mannschaft hat in den letzten eineinhalb Jahren eine tolle Entwicklung genommen», lobte SG-Geschäftsführer Holger Kaiser seine Mannen. Dennoch taxierte er die Chancen wie sein TuS-Kollege Uwe Kölling lediglich auf 50:50.

Seinem Club bietet sich im Jahr des 100-jährigen Bestehens zum zweiten Mal die Final-Four-Chance. Vor zwei Jahren wurde der Club aus dem «stärksten Dorf» in Handball-Deutschland Dritter, diesmal darf es gern mehr sein. Kölling: «Auch wenn wir nur Außenseiter sind, ist es wichtig, dabei zu sein: Wir wollen natürlich unsere Chance nutzen.»

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