Das DHB-Team will in drei Testspielen verspielten Kredit zurückgewinnen. Morgen auch in Krefeld – gegen Russland.

HANDBALL
Dominik Klein gehört zu den erfahrensten deutschen Handballern. Morgen in Krefeld wird er dabei sein.

Dominik Klein gehört zu den erfahrensten deutschen Handballern. Morgen in Krefeld wird er dabei sein.

dpa

Dominik Klein gehört zu den erfahrensten deutschen Handballern. Morgen in Krefeld wird er dabei sein.

Düsseldorf. Zuerst hat seine Frau Isabell im vergangenen Monat die Handball-WM der Damen in Serbien verpasst. Nun muss auch Dominik Klein bei der am 12. Januar beginnenden EM der Männer in Dänemark zuschauen. Doch während seine hochschwangere Gattin vom Buxtehuder SV das Turnier aus erfreulichem Grunde nur als Fernsehzuschauerin erlebte, fehlt ihr Gatte vom THW Kiel aus sportlichen Gründen: Die deutsche Nationalmannschaft hat im vergangenen Juni erstmals überhaupt die Qualifikation für eine EM verpasst.

 

Deutsches Handball-Nationalteam in ungewohnter Vorbereitungsrolle

„Das ist eine völlig ungewohnte und enttäuschende Situation. Die ganze Anspannung, die sich sonst um Weihnachten und Neujahr herum aufbaut, ist nicht zu spüren“, sagte Klein bei der Ankunft in der Sportschule Kamen-Kaiserau, wo sich das DHB-Team gestern traf, um sich auf das am Wochenende stattfindende Vier-Länder-Turnier einzustimmen.

In Dortmund, Krefeld und Oberhausen geht es von heute bis Sonntag gegen Österreich, Russland und Island. Für die drei an der EM teilnehmenden Kontrahenten dient Deutschland als guter Vorbereitungspartner. Früher war das gerade im Fall Österreich eher andersherum.

Dass jetzt sogar die kleine Ski-Nation am Weltmeister von 1978 und 2007 vorbeigezogen ist, gilt Linksaußen Klein als Alarmsignal. „Wir müssen beim Turnier am Wochenende richtig Gas geben und Werbung für den Handball machen. Die Fans dürfen auf keinen Fall enttäuscht nach Hause gehen.“

Vom heute an bis zum Sonntag bestreiten Deutschland, Island, Russland und Österreich in Dortmund, Krefeld und Oberhausen ein Test-Turnier.

Am Freitag in Dortmund (Westfalenhalle): Russland - Island (18 Uhr) und Deutschland - Österreich (20.15 Uhr ); Samstag, 4. Januar in Krefeld (KönigPalast): Island - Österreich (15 Uhr) und Deutschland - Russland (17.15 Uhr) und Sonntag, 5. Januar in Oberhausen (König-Pilsener-Arena): Österreich - Russland (15.30 Uhr) und Deutschland -Island (18 Uhr)

Karten gibt es noch für alle drei Turniertage. Nähere Informationen bieten die Veranstalterhallen im Internet unter www.westfalenhalle.de, www.koenigpalast.de und www.koenig-pilsener-arena.de Für die beiden Spiele am Samstag in Krefeld gibt es bei Gruppenbuchungen ab 20 Personen Angebote.

Ein Besuch in den jeweiligen Arenen lohnt sich auf jeden Fall. Das Fernsehen überträgt lediglich das deutsche Spiel gegen Island aus Oberhausen live (Sonntag ab 18 Uhr bei Eurosport).

Wie groß der Imageschaden durch die verpassten Turniere – Olympia 2012 in London und die EM 2014 – ist, zeigte sich im vergangenen Herbst. Beim Supercup in Bremen und Hamburg blieben die Arenen halbleer. Immerhin konnte der DHB dieses Turnier gegen Schweden, Ägypten und Polen als Sieger beenden und sieht Licht am Horizont. „Es war zu erkennen, dass in der Mannschaft Potenzial steckt“, sagte Trainer Martin Heuberger.

In nur zwei Spielen entscheidet sich Deutschlands Handball-Zukunft

Doch für Entwicklung bleibt kaum Zeit. Im Juni müssen Ergebnisse her. In nur zwei Spielen gegen einen Gegner entscheidet sich, ob der DHB an der Weltmeisterschaft 2015 in Katar teilnehmen darf. „Deshalb müssen wir jetzt für Aufwind sorgen. Es gilt, eine schwierige Situation zu lösen und im Sommer die WM-Quali zu schaffen“, sagte Dominik Klein. Für den 30-Jährigen ist das Nationalteam Herzensangelegenheit. Vielleicht auch deshalb hat er für dessen Nachwuchs schon mal gesorgt.

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