Bundestrainer Martin Heuberger gibt vor den Spielen gegen Ungarn Auskunft. Foto: Peter Steffen
Bundestrainer Martin Heuberger gibt vor den Spielen gegen Ungarn Auskunft. Foto: Peter Steffen

Bundestrainer Martin Heuberger gibt vor den Spielen gegen Ungarn Auskunft. Foto: Peter Steffen

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Bundestrainer Martin Heuberger gibt vor den Spielen gegen Ungarn Auskunft. Foto: Peter Steffen

Barsinghausen (dpa) - Die deutschen Handballer wollen bei der EM in Serbien ihre letzte Olympia-Chance wahren. In Testspielen am Wochenende gegen den WM-Siebten Ungarn sollen Siege für Selbstbewusstsein sorgen. Und Revanchegelüste spielen auch mit.

Silvio Heinevetter hat eine Siegsträhne. «Ich bin noch ungeschlagen», verkündete der Nationaltorhüter stolz. Vorerst hält seine Erfolgsserie jedoch nur im Table Curling. Am Wochenende will der Berliner sie auch auf seine Hauptsportart Handball ausdehnen. Die einzigen beiden Testspiele vor der EM in Serbien am Samstag und am Sonntag in Bremen jeweils gegen Ungarn sollen nicht nur Gradmesser, sondern auch Generalprobe sein. «Wir gehen da so ran, als wenn es EM-Spiele wären», sagte der Schlussmann des Bundesliga-Zweiten Füchse Berlin in Barsinghausen.

Im ersten Test werden der 27-Jährige und seine Mitspieler ohne Christian Sprenger auskommen müssen. Wegen eines Todesfalles in der Familie fehlt der Rechtsaußen vom THW Kiel in Bremen, wird aber zum zweiten Vergleich mit dem WM-Siebten in Magdeburg zurück erwartet.

«Wir freuen uns alle, dass wir am Wochenende Testländerspiele haben und dann die EM losgeht», sagte Bundestrainer Martin Heuberger. Bei der EM spielt die deutsche Mannschaft in der Vorrundengruppe B in Nis gegen Tschechien (15. Januar), Mazedonien (17. Januar) sowie zum Abschluss am 19. Januar gegen Schweden. Für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ist das Turnier die letzte Chance auf das Erreichen der Olympischen Spiele in London.

Die Zeit des Experimentierens ist vorbei. Nach den drei Niederlagen Anfang November beim Supercup gegen den WM-Zweiten Dänemark (26:29), den WM-Dritten Spanien (23:27) und den WM-Vierten Schweden (22:25) ist das Heuberger-Team dringend auf ein Erfolgserlebnis angewiesen. Umso mehr, als mit den Rängen zehn und elf bei der EM 2010 und der WM 2011 herbe Enttäuschungen zu verkraften waren.

«Siege sind wichtig für das Selbstbewusstsein der Mannschaft. Man spürt Euphorie und Begeisterung, dass wir was bewegen wollen. Und das wird mit Siegen noch besser werden», sagte Heuberger, der bei der EM vor seinem ersten großen Turnier als Männer-Bundestrainer steht.

Während er beim Supercup noch nach seinem besten Kader suchte, hat sich Heuberger nun auf 17 Akteure festgelegt, von denen er 16 mit nach Serbien nimmt. «Wir hatten beim Supercup keine Aufstellung. Das wurde ja auch kritisiert, dass wir zu viel gewechselt haben. Jetzt muss nicht mehr jeder mal spielen», urteilte Heinevetter. Welcher Spieler zu Hause bleiben muss, steht noch nicht fest. «Die Entscheidung werden wir uns bis zuletzt offen halten», sagte der Bundestrainer.

Gegen Ungarn nun wollen die Mannen um Kapitän Pascal Hens den ersten Sieg unter der Regie von Martin Heuberger feiern, der am 1. Juli das Bundestrainer-Amt von Heiner Brand übernommen hatte. «Das hatten wir uns ja eigentlich schon für den Supercup vorgenommen», gab der Hamburger zu. Und gegen Ungarn hat die deutsche Mannschaft noch eine Rechnung offen: Die Niederlage gegen die Magyaren bei der WM in Schweden vor Jahresfrist hat die DHB-Auswahl die Qualifikation für ein Olympia-Ausscheidungsturnier gekostet und sie nun in Zugzwang gebracht. «Das ist bei einigen noch im Hinterkopf, bei mir auch. Von daher gibt es schon kleine Revanchegelüste», gab Heuberger zu.

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