Kraftvoll
Holger Glandorf (M) kämpft sich durch die spanische Abwehr.

Holger Glandorf (M) kämpft sich durch die spanische Abwehr.

Die deutschen Keeper Silvio Heinevetter (l) und Johannes Bitter.

Die Abwehspieler Sebastian Preiß (l) und Oliver Roggisch in Aktion.

Pascal Hens (l) wird von seinem spanischen Gegenspieler gehalten.

Bundestrainer Heiner Brand (r) und die Auswechselspieler jubeln nach einem Tor.

Sebastian Preiß (l) wird von seinem spanischen Gegenspieler gefoult.

Johannes Bitter (l) und Pascal Hens nach der Niederlage gegen Spanien.

Oliver Roggisch sitzt nach der Niederlage gegen Spanien enttäuscht auf der Bank.

Die deutsche Mannschaft nach der Niederlage gegen Spanien.

dpa, Bild 1 von 9

Holger Glandorf (M) kämpft sich durch die spanische Abwehr.

Kristianstad (dpa) - Coup gegen Spanien missglückt: Trotz unbändigen Siegeswillens haben Deutschlands Handballer bei der WM in Schweden das packende Duell zweier Ex-Weltmeister verloren. Beim Zeitstrafen-Festival unterlag der Titelträger von 2007 mit 24:26 (13:13) im Topspiel der Vorrundengruppe A.

18 Strafminuten und zwei Rote Karten waren in Kristianstad nicht zu verkraften für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB), die die erste Turnierniederlage erlitt und einen Big Point auf dem Weg in die Hauptrunde liegen ließ.

«Was wir für eine Chance vergeben haben, ist unglaublich», klagte Linksaußen Dominik Klein. In der Heimspiel-Atmosphäre vor 3700 Zuschauern verpasste das Team von Bundestrainer Heiner Brand trotz einer 21:18-Führung (48.) den ersten Sieg gegen den Weltmeister von 2005 seit der Heim-WM 2007. «Wir haben gekämpft bis zur 48. Minute. Dann haben wir angefangen, den Kopf zu verlieren», sagte Kapitän Pascal Hens. «Wir haben auf die Anzeigetafel gesehen, als wir mit drei Toren geführt haben, und versucht, das Ergebnis zu verwalten.»

Bundestrainer Brand stellte fest: «Heute wäre es sicher möglich gewesen, die Spanier zu schlagen.» Brand sah in der Offensive die Gründe für die Niederlage: «Die waren sicherlich im Angriff zu finden. Wir haben eine hohe Anzahl technischer Fehler gemacht», meinte der Coach, der dem überragenden Torhüter Johannes Bitter ein Sonderlob spendierte. Auch die tolle Leistung des Hamburgers genügte am Ende aber nicht. Bester Werfer war Uwe Gensheimer mit vier Toren. Nächster Gegner ist am Mittwoch Titelverteidiger Frankreich.

Von der negativen Bilanz gegen Spanien ließ sich die deutsche Mannschaft lange Zeit nicht im Geringsten beeindrucken. Konzentriert und aggressiv ging die DHB-Auswahl den Kraftakt im dritten Gruppenspiel an. Mit einer Abwehr wie aus einem Guss bremste die deutsche Mannschaft die Angriffswucht der Spanier aus.

So erkämpfte sich das DHB-Team eine 6:4-Führung (13.), die aber wieder verloren ging. Verantwortlich dafür waren neben eigenen Ballverlusten durch leichte Abspielfehler vor allem die dänischen Schiedsrichter Per Olesen und Lars Ejby Pedersen, die bis zum 13:13- Pausenstand rekordverdächtige 14 Strafminuten gegen die deutsche Mannschaft verhängten.

Das Handicap aber machte der WM-Fünfte durch Kampfgeist wett. Selbst in Unterzahl holte er einen 9:11-Rückstand (24.) wieder auf, weil die Abwehr in Weltklasse-Manier agierte. Daran knüpfte die deutsche Mannschaft nach der Pause nahtlos an, schwächte sich aber beim Stand von 15:15 (35.) durch einen Wechselfehler und die Rote Karte für Lars Kaufmann nach der dritten Zeitstrafe selbst. Sechs Minuten später musste auch Sebastian Preiß vom Feld.

Vor allem dank des sich enorm steigernden Torhüters Bitter erkämpfte der Weltmeister von 2007 eine Drei-Tore-Führung. Doch am Ende reichte die Kraft nicht, um den Vorsprung gegen die ebenfalls stark verteidigenden Iberer über die Zeit zu bringen.

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