Vor der WM herrscht große Ungewissheit über die Stärke des deutschen Teams. Am Freitag gegen Ägypten.

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Der überragende Torhüter Silvio Heinevetter (l.) und Michael Kraus freuen sich über den guten Start in die WM-Hauptrunde.

Der überragende Torhüter Silvio Heinevetter (l.) und Michael Kraus freuen sich über den guten Start in die WM-Hauptrunde.

Fahrt ins Blaue: Bundestrainer Heiner Brand am Donnerstag beim ersten Training im schwedischen Kristianstad.

dpa, Bild 1 von 2

Der überragende Torhüter Silvio Heinevetter (l.) und Michael Kraus freuen sich über den guten Start in die WM-Hauptrunde.

Kristianstad. Der Weg zur Weltmeisterschaft nach Schweden führt die deutschen Handballer in die Vergangenheit. Das eine Eckdatum ist der 3. Februar 2002, das andere der 28. Januar 2010. Vor fast genau neun Jahren stand das deutsche Team im EM-Finale in Stockholm gegen Schweden.

Obwohl die Begegnung gegen die Skandinavier denkbar knapp mit 31:33 nach Verlängerung verloren ging, war der zweite Rang so etwas wie der Beginn einer neuen großen Ära im deutschen Handball. Nach neunten und achten Plätzen bei großen Turnieren sollte die Auswahl für die kommenden sechs Jahre dauerhaft im Konzert der Großen mitwirken. In diese Zeit fielen auch der Titelgewinn bei der EM 2004 in Slowenien sowie bei der WM 2007.

Namen wie Daniel Stephan, Markus Baur, Florian Kehrmann, Christian Schwarzer oder Volker Zerbe prägten die „Generation Gold“. Den Tiefpunkt der jüngeren Geschichte markierte das dürftige Abschneiden der Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand bei der jüngsten EM in Österreich, als nach dem Ausscheiden in der Zwischenrunde am 28. Januar 2010 am Ende nur Platz zehn stand.

Brand nennt als Minimalziel die Olympia-Qualifikation

Die unrühmlichen Tage von Innsbruck, als den Deutschen in sechs Begegnungen lediglich ein Sieg (30:29 gegen Schweden) gelang, geistern immer noch durch die Köpfe. „So etwas wie in Innsbruck brauche ich nicht noch einmal“, sagt Regisseur Michael Kraus. „Wir wissen, dass wir es besser können“, bestätigt Kapitän Pascal Hens.

Bricht die neue deutsche Generation wie 2002 in Schweden zu neuen Ufern auf oder scheitert sie ein weiteres Mal? „Wir haben es in der Hand“, meint Torwart Johannes Bitter, ohne sich jedoch auf Konkretes festlegen zu lassen. Auch Bundestrainer Heiner Brand bleibt vorsichtig, wünscht sich Rang sieben und hat die Olympia-Qualifikation im Auge. Das Halbfinale bezeichnet er als „Traum“.

Torhüter Carsten Lichtlein aus dem Kader gestrichen

Vor dem ersten Gruppenspiel am Freitag gegen Ägypten strich Brand mit Torhüter Carsten Lichtlein (TBV Lemgo) einen 17. Spieler aus dem Kader. Er deutete an, gegen das Team des deutschen Trainers Jörn-Uwe Lommel nur 15 Akteure zu benennen. Streichkandidat wäre dann wohl Rechtsaußen Patrick Groetzki (Rhein-Neckar Löwen).

Wenige Stunden zuvor war die deutsche Mannschaft via Kopenhagen nach Kristianstad angereist. Nach einem ersten Training und Videostudium am Abend hofft Brand, dass seine Mannschaft bestens auf die Aufgabe Ägypten eingestimmt ist. Nicht zuletzt, weil die zuletzt angeschlagenen Michael Haaß und Christian Sprenger wieder alle Übungen mitmachen konnten.

In der Vorrunde ist die Übermannschaft der vergangenen Jahre einer der Gegner: Frankreich ist Olympiasieger, Welt- und Europameister und haushoher Favorit. Dazu warten die starken Spanier, Tunesien sowie Neuling Bahrain. Nur drei Teams kommen in die Zwischenrunde.

» Deutschland - Ägypten, Freitag, 18 Uhr/ARD

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