Angespannt
Uwe Gensheimer (r) und Johannes Bitter spielen in der ersten Halbzeit noch nicht gelöst auf.

Uwe Gensheimer (r) und Johannes Bitter spielen in der ersten Halbzeit noch nicht gelöst auf.

Pascal Hens (l) wird von Mahmoud Gharbi auch noch am Boden attackiert.

Christian Sprenger puscht sich nach einem Tor auf.

Adrian Pfahl (r) geht in der zweiten Reihe zum Sprungwurf hoch.

Heiner Brand (M) glaubt an den Mannschafstgeist.

Die Präzision von Dominik Klein (l) ist gegen Tunesien ein entscheidender Faktor.

Die Leistungskurve von Pascal Hens zeigt deutlich nach oben.

dpa, Bild 1 von 7

Uwe Gensheimer (r) und Johannes Bitter spielen in der ersten Halbzeit noch nicht gelöst auf.

Kristianstad (dpa) - Pflicht erfüllt, Blamage verhindert: Die deutschen Handballer sind mit einem glanzlosen 36:26 (15:12) und erst am Ende klaren Arbeitssieg gegen Tunesien in die Hauptrunde der WM in Schweden eingezogen.

24 Stunden nach der Pleite gegen Frankreich gewann die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) somit den Vorrundenabschluss gegen den Afrikameister. Bundestrainer Heiner Brand war mit seiner Mannschaft sehr zufrieden - vor allem mit der Leistungssteigerung und dem Kampfgeist. «Das war von der ersten Minute an zu spüren, dass die Mannschaft das wollte. Da waren sehr schöne Dinge zu sehen, da war Spielfreude dabei», betonte Brand, warnte aber: «Jetzt kommen wieder andere Gegner. Aber nach dem heutigen Spiel gehen wir mit neuem Mut in die Hauptrunde.» Torhüter Johannes Bitter sah das ebenso. «Dieser Sieg war ganz viel wert. Wir haben eine überzeugende Leistung geboten und ganz toll gefightet.»

Durch den dritten Erfolg in der Vorrunde hat der Weltmeister von 2007 Platz drei in der Gruppe A hinter Frankreich und Spanien ergattert. Durch die Niederlagen gegen die beiden Teams startet das Brand-Team in der Hauptrunden-Staffel I mit null Punkten. Die nächsten Gegner im neuen Spielort Jönköping sind Island, Ungarn und Norwegen.

Vor 3050 Zuschauern in der Kristianstad Arena waren Torhüter Johannes Bitter und Kapitän Pascal Hens (6 Tore) beste deutsche Spieler. Der Tunesier Anis Gatfi sah wegen groben Foulspiels Rot (49.).

«Ich erwarte eine Wiedergutmachung für die zweite Halbzeit», hatte Bundestrainer Heiner Brand nach dem teils desaströsen Auftritt beim 23:30 gegen Frankreich gefordert. Er nahm seine Spieler in die Pflicht, für den weiteren Turnierverlauf und das Ziel, unter die ersten Sieben zu kommen, alles zu geben. «Diese Mannschaft hat hier zu bestehen.»

«Es gibt kein anderes Ziel als zu gewinnen», stellte Linksaußen Dominik Klein klar. Denn ihm und seinen Mitspielern war bewusst, dass nur der Einzug in die Hauptrunde die Möglichkeit auf Platz sieben und damit das Erreichen eines Qualifikations-Turniers für die Olympischen Spiele 2012 in London lässt.

Mit großem Eifer und viel Schwung gingen die deutschen Spieler in ihr Endspiel um den Einzug in die zweite Turnierphase. Schnell führte der WM-Fünfte mit 6:3 (8.) und hatte das Spiel im Griff. Doch wie am Vortag ging dann die Konzentration verloren, leichte Fehler und Ballverluste häuften sich. Binnen sieben Minuten lag die DHB-Auswahl mit 6:8 (15.) hinten.

Doch im Gegensatz zu den Niederlagen gegen Spanien und Frankreich verloren Kapitän Pascal Hens und seine Mitspieler nicht die Nerven. Ruhig und beharrlich hielten sie trotz der offensiven und auf Spielunterbrechung angelegten Defensive der Tunesier ihre Linie bei. Zudem fand auch Torhüter Johannes Bitter nach einer kurzen Schwäche wieder zu alter Stärke zurück. Lohn waren nach dem 9:11 (20.) fünf Tore in Serie zur 14:11-Führung.

In der zweiten Halbzeit setzte sich die deutsche Mannschaft dann bis auf 27:17 (46.) ab. Anschließend nutzten die Spieler die Partie, um die zuletzt verloren gegangene Spielfreude wieder aufleben zu lassen und holten sich mit einem Kantersieg neues Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben.

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