Kristianstad (dpa) - Ägyptens Handballer hoffen im ersten WM-Spiel gegen die deutsche Mannschaft am Freitag in Lund auf eine Überraschung. «Vielleicht werden wir unterschätzt, obwohl alle etwas anderes sagen werden», erklärte Ägyptens deutscher Trainer Jörn-Uwe Lommel.

Er freue sich auf das Duell mit der Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand, meinte der frühere Bundesliga-Coach der Füchse Berlin. «Es ist natürlich nicht so schön, gegen das eigene Land anzutreten, aber da hält sich der Patriotismus für 60 Minuten in Grenzen», sagte Lommel dem «Handball-Magazin».

«Traditionell sind die deutsch-ägyptischen Vergleiche immer interessant ­ zumindest die Freundschaftsspiele. Eigentlich sind wir sogar ein guter Gegner für Deutschland», sagte Lommel. Vor der EM 2004 und der WM 2007 hatten die Ägypter Testspiele gegen Deutschland gewonnen. Bei den anschließenden Turnieren hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) dann jeweils den Titel geholt.

Lommel, der die Nordafrikaner bereits von 2003 bis 2005 betreut hatte, traf in dieser Zeit bereits zweimal bei Großereignissen auf die deutsche Mannschaft. «Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen war es keine große Freude, aber bei der WM 2005 waren wir kurz davor, eine Überraschung zu schaffen», sagte Lommel.

Bei der WM in Schweden wird er mit einem jungen Team antreten, das im Schnitt 22,8 Jahre alt ist. Lommel hat seine Auswahl bereits seit November zusammen. «Wir haben zwar viel Zeit, aber mit Training allein kann man keine Mannschaft aufbauen», meinte der 52 Jahre alte Trainer, der bis Olympia 2016 ein schlagkräftiges Team formen will.

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