Die deutsche Mannschaft verspielt einen Drei-Tore-Vorsprung und verliert mit 24:26 gegen Spanien.

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Sven-Sören Christophersen will werfen, findet gegen den Spanier Viran Morros (r.) aber kein Durchkommen.

Sven-Sören Christophersen will werfen, findet gegen den Spanier Viran Morros (r.) aber kein Durchkommen.

Der überragende Torhüter Silvio Heinevetter (l.) und Michael Kraus freuen sich über den guten Start in die WM-Hauptrunde.

dpa, Bild 1 von 2

Sven-Sören Christophersen will werfen, findet gegen den Spanier Viran Morros (r.) aber kein Durchkommen.

Kristianstad. Es war alles bereitet in der Kristianstad-Arena. Zehn Minuten vor Schluss führte die deutsche Handball-Nationalmannschaft mit drei Toren gegen den Favoriten aus Spanien, Torhüter Johannes Bitter parierte Ball um Ball, und der Rest prallte an der starken deutschen Verteidigung ab. Doch dann kollabierte das Team plötzlich, kassierte sechs Tore in Folge und verlor das wichtige Vorrundenspiel mit 24:26 (13:13)-Toren.

„Wir waren 50 Minuten auf der Siegerstraße, aber einfach zu blöd und sind selbst schuld“, ärgerte sich Regisseur Michael Haaß.

„Wir sind etwas traurig, weil wir auch eine Chance hatten, das Spiel zu gewinnen“, sagte Bundestrainer Heiner Brand. „Aber wir haben uns in der Schlussphase einfach zu viele technische Fehler geleistet. Am Ende sprach auch die Erfahrung für die Spanier.“

Nach der ersten Niederlage steht das Erreichen der Hauptrunde in Frage. Am Donnerstag trifft das Team auf den Titelverteidiger Frankreich, der unbedingt bezwungen werden muss, um eine realistische Chance auf den Einzug in das Halbfinale zu haben.

Kaufmann und Preiß mussten mit drei Zeitstrafen vom Feld

„Wir brauchen hier jeden Spieler“, hatte Brand nach den beiden ersten Erfolgen betont, und am Dienstag brauchte das Team in der Tat jeden Profi. Denn die 6:0-Abwehr, welche sich mit großem Engagement gegen die spanische Offensive stellte, dezimierte sich in der ersten Halbzeit oft – etwas zu oft für den Geschmack des Trainers.

Brand raufte sich die Haare, er musste alle fünf Minuten seine Verteidigung umstellen. Und trotz der insgesamt 14 Minuten Unterzahl bis zur Pause hielt die deutsche Mannschaft das Spiel offen. Am Ende erzielte sie sechs Tore mit fünf oder sogar vier Feldspielern.

Nach dem 13:13-Remis zur Halbzeit ging die Selbstzerstörung weiter: Nach einem Wechselfehler sah Kaufmann Rot (35). Dann musste Preiß vom Platz (41.). Als das deutsche Team einen 13:15-Rückstand (34.) in einen 21:18-Vorsprung (48.) verwandelt hatte, schien der Sieg greifbar. Adrian Pfahl hatte dann die Chance, per Tempogegenstoß zu erhöhen, scheiterte aber am spanischen Keeper Arpad Sterbik.

Danach kam das deutsche Team gegen die neuformierte spanische Defensive nicht mehr klar. „Wir haben es nicht geschafft, unsere eigene Linie durchzusetzen“, sagte ein enttäuschter Brand.

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