Deutschland unterliegt Frankreich 22:24 und hat nun kaum mehr Chancen auf das Halbfinale.

Innsbruck. Johannes Bitter war mächtig angefressen. "Da haben wir mit dieser jungen Mannschaft die realistische Chance, den aktuellen Weltmeister und Olympiasieger zu schlagen. Und dann geben wir diese Möglichkeit mit fünf indiskutablen Minuten nach Wiederanpfiff leichtfertig aus der Hand", schimpfte der Torwart der deutschen Handball-Nationalmannschaft nach dem 22:24 (10:12) gegen Frankreich wie ein Rohrspatz.

Trotz großen Kampfs stand sein Team so am Ende der ersten EM-Hauptrundenpartie mit leeren Händen da - das Halbfinale ist in weite Ferne gerückt.

Die beiden alten Rivalen waren wieder richtig "heiß" aufeinander. Als Torsten Jansen Frankreichs Keeper Thierry Omeyer bei einem Gegenstoß im Gesicht erwischte und auch bei einem Siebenmeter den Kopf des Hüters aus Kiel touchierte, wurde das deutlich: Omeyer war kaum noch zu halten, wollte auch Jansens Entschuldigung nicht akzeptieren.

Die Führung wechselte ständig, erst nach dem 9:9 (24.) konnten sich die Franzosen zur 12:10-Halbzeitführung absetzen. Doch die Pause tat der mit Trauerflor für den gestorbenen Oleg Velyky angetretenen DHB-Auswahl nicht gut. "Da haben wir für einige Minuten zu wenig mit Köpfchen gespielt", monierte Bundestrainer Heiner Brand.

Die Franzosen zogen auf 17:10 (35.) davon. Doch wieder ließ sich die deutsche Mannschaft nicht schocken, fightete zurück. 22:20 hieß es in der 54. Minute. Der Ausgleich lag in der Luft. Leider rutschte Torsten Jansen aber bei einem Siebenmeter weg, produzierte Mimi Kraus einen Fehlpass, und nachdem nach einer Siebenmeter-Parade von Silvio Heinevetter auch im nächsten Angriff kein Treffer gelang, nutzten die Franzosen diese Einladung zum 23:20 (57.).

"Mit ein bisschen Glück hätte auch dieser Kraftakt von Erfolg gekrönt sein können, aber man steht im Sport halt nicht immer auf der Sonnenseite", meinte der Lemgoer Rückraumschütze Holger Glandorf.

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