Deutschland kann noch Fünfter werden – und will dafür heute Spanien besiegen.

"Wir waren so dumm, einfach nur dumm." Michael Kraus, der Kapitän der deutschen Handball-Nationalmannschaft, hatte sich auch am Tag nach der überflüssigen 22:24-Niederlage gegen Frankreich nicht beruhigt. "Ich habe beim Abendessen immer wieder vor Wut auf den Tisch gehauen und kaum etwas runtergekriegt", erzählte der Lemgoer, "so leicht war ein Weltmeister nie zu besiegen."

Vor dem Hauptrunden-Spiel gegen Spanien (Dienstag, 17.55 Uhr/ARD) brodelt es in der DHB-Auswahl: Das Team von Bundestrainer Heiner Brand hat sich zwar ganz tapfer geschlagen, doch einige unerklärlich schwache Minuten in nahezu allen Partien trübten die Ergebnisse nachhaltig. Der aktuell letzte Platz in der Hauptrundengruppe schmerzt.

Ein Grund mehr für den Bundestrainer, gegen den Weltmeister von 2005 einen Sieg zu fordern. "Auch wenn das Halbfinale, das ich selbst nie als verbindliches Ziel ausgegeben habe, jetzt für uns nicht mehr zu schaffen ist, gibt es überhaupt keinen Grund nachzulassen", sagte Brand.

Auch wenn maximal noch das bedeutungslose Spiel um Platz fünf erreichbar ist: "Vielleicht gelingt es uns ja, nach den knappen Niederlagen gegen den Weltmeister und den WM-Dritten Polen diesmal eins draufzusetzen, und mit den Spaniern einen anderen Großen zu knacken."

Der spanische Trainer Rivera steht unter enormem Druck

Der Bundestrainer will weiter seine stärkste Formation aufbieten. "Wir wollen mit einem Glücksmoment aus dem Turnier herausgehen. Deshalb wäre es schön, noch nach Wien zu kommen", sagte Rückraumspieler Holger Glandorf. "Auch für Rang fünf lohnt es sich, morgens aufzustehen", ergänzte Torhüter Johannes Bitter.

Um tatsächlich bis Samstag in Österreich bleiben zu dürfen, muss die deutsche Mannschaft ihre beiden ausstehenden Spiele gewinnen und gleichzeitig darauf hoffen, dass Slowenien nicht ebenfalls noch vier Punkte holt. Letzteres ist unwahrscheinlich, da das Team vom Balkan gegen Frankreich und Spanien spielt.

Bei den Iberern war nach dem unerwartet klaren 26:32 gegen Polen weitaus mehr Feuer unterm Dach als im deutschen Lager. "Wie können Sie die Frage stellen, ob ich uns am Dienstag in der Favoritenrolle sehe, wenn wir gerade mit sechs Toren verloren haben?" fertigte Trainer Valero Lopez Rivera einen Journalisten ab.

Rivera steht unter Druck: Von ihm wird eine Medaille erwartet, nachdem sein Debüt als Nationalcoach bei der WM im vorigen Jahr als 13. daneben gegangen war.

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