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Die Deutsche Ski-Cross-Fahrerin Heidi Zacher (r) auf dem Weg zum Sieg.

Die Deutsche Ski-Cross-Fahrerin Heidi Zacher (r) auf dem Weg zum Sieg.

dpa

Die Deutsche Ski-Cross-Fahrerin Heidi Zacher (r) auf dem Weg zum Sieg.

St. Johann (dpa) - Mit ihrem besten Weltcup-Ergebnis haben die deutschen Skicrosser Hoffnungen auf eine erfolgreiche WM geweckt.

Heidi Zacher aus Lenggries fuhr vor 5000 Zuschauern beim Flutlichtrennen im österreichischen St. Johann den ersten Sieg einer deutschen Dame ein, auf Rang drei sorgte Teamkollegin Anna Wörner für das erste Doppel-Podest des Deutschen Skiverbandes (DSV). «Das ist ein absoluter Traum und dann vor der Kulisse. Das war das perfekte Rennen und der perfekte Zeitpunkt für den ersten Weltcup-Sieg», schwärmte Zacher nach dem Erfolg vor den Augen von Eltern, Tante, Onkel und Cousine.

Gut drei Wochen vor der WM in Deer Valley/USA fuhr sich die 22- Jährige nicht nur in die Riege der Medaillenkandidaten für die Freestyle-Titelkämpfe vom 2. bis 5. Februar, sondern machte auch beste Werbung für den ersten Skicross-Weltcup in Deutschland am 29. Januar in Grasgehren. Erst einmal geht es am 12. Januar im französischen Alpe d'Huez weiter, wo die bislang einzige deutsche WM-Medaillengewinnerin Alexandra Grauvogl die nächste Chance für die Weltmeisterschafts-Qualifikation hat.

Schon vor Weihnachten in Innichen war die Olympia-17. Zacher erstmals auf ein Weltcup-Stockerl gefahren. Das war vor ihr nur Simon Stickl im Januar 2010 als Sieger in St. Johann sowie vor sechs Jahren Grauvogl und Angela Senftinger jeweils auf Rang drei gelungen. Aber diesmal gleich zwei Sportlerinnen auf dem Podest, dazu Stickl (7. Platz) und Daniel Bohnacker (8.) mit direkt gelöstem WM-Ticket - solch eine Bilanz hätte sich der DSV lange nur träumen lassen.

Bei Olympia fand die spektakuläre Premiere der neuen Sportart viel Anklang. In Deutschland wird der Wettkampf, in der vier Sportler auf einem Kurs mit Sprüngen, Wellen und Kurven gegeneinander antreten, mit Blick auf Sotschi 2014 seit dieser Saison mit mehr Aufwand betrieben. Auf 230 000 bis 280 000 Euro wird der aktuelle Etat beziffert; vorher war es weniger als die Hälfte. Bei Olympia in drei Jahren sollen aus dem Bereich Freestyle, Skicross und Snowboard fünf Medaillen her. In Kanada hatte es in zwölf Wettbewerben keine einzige Plakette für Deutschland gegeben.

Zacher kann die weitere Saison befreit angehen, «denn mit dem Weltcup-Sieg habe ich die Erwartungen locker übertroffen», sagte die zierlich wirkende Skirennfahrerin. Dass man sich auch mit dieser Statur gut gegen drei Gegner auf der Piste durchsetzen kann, bewies sie eindrucksvoll. Gelernt ist eben gelernt. «Ich hab' einen Bruder, da muss man immer ein bisschen kämpfen.»

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