Der Brasilianer erzielt beide Wolfsburger Tore zum 2:1-Erfolg gegen den FC Schalke.

Wolfsburg. Böse Zungen wussten unmittelbar nach dem Anpfiff den Grund für das 2:1 des VfLWolfsburg gegen Schalke 04. Wenn Felix Magath in Niedersachsen ist, gewinnt Wolfsburg eben, unkten einige Zuschauer und freuten sich geradezu diebisch. Immerhin hatte für sie die Zeit der Leiden ein Ende. Der erste Erfolg der Wolfsburger nach zehn sieglosen Spielen wurde von den rund 30000 Zuschauern gefeiert, als hätte der Klub einen weiteren Titel errungen. Felix Magath hatte bei seiner ersten Rückkehr nach dem Gewinn der Meisterschaft wenig Lust, an der Freude Anteil zu nehmen. Nicht zuletzt, weil auch eine Schalker Serie gestern gerissen war. Nach acht Spielen ohne Niederlage musste seine Mannschaft wieder ohne Punkte auskommen. "Wir wollten in der zweiten Hälfte eigentlich nicht nur unsere Führung verteidigen. Aber wir haben nichts mehr nach vorne entwickelt", sagte Magath. Die Enttäuschung war ihm anzusehen. Kevin Kuranyi hatte seine Mannschaft mit einem Kopfball (30.) in Führung gebracht und dafür gesorgt, dass die Wolfsburger trotz einer überzeugenden Leistung in Rückstand gerieten. Zudem war der Mannschaft von Trainer Lorenz-Günther Köstner zuvor ein korrekter Treffer nicht anerkannt worden.

Kevin Kuranyi lässt die große Chance zur 2:0-Führung aus

Doch die Schalker wussten ihren Vorteil nicht zu nutzen. Ein Kopfball Kuranyis klärte Jan Simunek vor der Linie. "Das war die Schlüsselszene", sagte Magath. Aus dieser einen Aktion zogen die Wolfsburger dann noch einmal so viel Selbstbewusstsein, dass sie den Schalkern mit ihrer Dominanz kaum noch Luft zum Atmen ließen. Diese Überlegenheit verwandelten sie dann auch in Treffer. Erst war Grafite vor Manuel Neuer am Ball und verwandelte per Kopf (71.). Nur sechs Minuten später lenkte er eine scharfe Hereingabe von Marcel Schäfer im Stile eines Torjägers spektakulär ins Tor. "Die Zuschauer haben von der ersten Minute an gemerkt, dass meine Spieler Unterstützung brauchen", sagte Köstner und holte tief Luft: "Am Ende sind wir erleichtert, dass wir gewonnen haben. Es ist ja nicht meine Mannschaft, sie wurde ja noch von Felix zusammengestellt", wollte der Interimstrainer seinen alten Mentor Magath noch einmal mit ins Spiel bringen, der ihn einst zum Trainer der VfL-Amateure machte. Sehr freundlich sei er aufgenommen worden bei seiner Rückkehr. "Das macht einen schon ein bisschen stolz. Ich hatte zwei sehr schöne Jahre hier. Deshalb werde ich auch künftig gerne zurückkommen", sagte Magath und schien die Niederlage für wenige Sekunden verdrängt zu haben. Dann hatte er aber auch noch eine freundliche Bemerkung für einen seiner ehemaligen Spieler übrig. "Ich freue mich für Grafite, dass er wieder trifft", sagte Magath. "Allerdings hätte er sich damit noch ein wenig Zeit lassen können." Die Wolfsburger hatten sich das Wiedersehen mit ihrem Meister-Trainer allerdings genau so vorgestellt.

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