Marcel Siem wurde bei den BMW International Open in Pulheim Sechster. Foto: Rolf Vennenbernd
Marcel Siem wurde bei den BMW International Open in Pulheim Sechster. Foto: Rolf Vennenbernd

Marcel Siem wurde bei den BMW International Open in Pulheim Sechster. Foto: Rolf Vennenbernd

dpa

Marcel Siem wurde bei den BMW International Open in Pulheim Sechster. Foto: Rolf Vennenbernd

Pulheim (dpa) - Marcel Siem spielte das beste Golf seines Lebens - nur für den Titel beim Heimturnier in Pulheim reichte es nicht.

Nach einem glänzenden Start mit drei Birdies und der zwischenzeitlichen Führung verlor der Ratinger bei starken Regenschauern den Faden bei den BMW International Open in Pulheim. Mit insgesamt 279 Schlägen beendete der Lokalmatador im GC Gut Lärchenhof das mit zwei Millionen Euro dotierte Turnier auf dem geteilten sechsten Platz. Der Engländer Danny Willett gewann mit elf unter Par (277) nach Stechen am vierten Extra-Loch gegen den Australier Marcus Fraser den Siegerscheck von 333 330 Euro.

«Ich lerne jede Woche dazu und merke, dass ich unter Druck viel besser werde», sagte Siem, der 2004 seinen einzigen Sieg auf der European Tour in Südafrika verbuchen konnte. «Es ist unfassbar, wie viele Turniersiege ich schon weggeschmissen habe. Aber immerhin hatte ich am letzten Loch einen Putt, um ins Stechen zu kommen», meinte er. Den Flug nach England zur Qualifikation für die British Open am Montag über 36 Löcher sagte er ab.

Seit Wochen spielt der früher als nicht besonders trainingseifrig bekannte Rheinländer auf hohem Niveau: «Ich bin kein Rookie mehr, habe Muskelmasse aufgebaut und bin beweglicher. Das hilft meinem Spiel.» Seit er Familienvater ist, arbeitet der talentierte Ausnahme-Golfer härter an sich, meist acht bis zwölf Stunden am Tag. «Ich will unter die besten 100 der Welt am Ende des Jahres, Top 50 in drei Jahren», betonte der Hüne mit dem blonden Pferdeschwanz. Vor dem Turnier wurde auf Rang 121 geführt.

In strömendem Regen begann Siem konzentriert und schloss nach drei Birdies zu den Führenden mit zwölf unter Par auf. Im Gegensatz zu vielen Kollegen, die zum Start sogar mit einem Eisen abschlugen, wählte Siem den Driver. Bei leichtem Rückenwind schlug er den Ball über 310 Meter in den Bunker, chippte an die Fahne und lochte mühelos ein. Der emotionale Fußballfan mit den Schlägerhauben vom 1. FC Köln, den Hunderte von Anhängern begleiteten, hatte sich viel vorgenommen und hielt sich mit großen Gesten zurück. Am Samstag war dies noch anders gewesen: Bei seinem Eagle aus 75 Metern an Bahn 1 ballte er die Faust und ließ sich feiern.

Als er an Bahn sieben der Schlussrunde zweimal ins Wasser spielte und sich einen Tripple-Bogey auf dem Par Drei leistete, war seine Glückssträhne vorbei. Er leistete sich drei weitere Bogeys - zu viel für den Sieg.

Bernhard Langer spielte zum Abschluss eine Par-Runde auf dem Par-72-Platz und kam mit einem Gesamtscore von 283 auf Rang 23. «Ich habe super angefangen und ein Eagle gespielt, aber die Verhältnisse waren nicht einfach», sagte der 54-Jährige aus Anhausen, der bereits zum 23. Mal dabei war: «Für mich war es eine erfolgreiche Woche».

Golfstar Martin Kaymer aus Mettmann war bereits nach zwei Runden ausgeschieden. Auch Alex Cejka musste der Zeitumstellung von den US Open und den Reisestrapazen Tribut zollen. Der 41-Jährige kam mit einer 76 ins Clubhaus und war mit Rang 66 total unzufrieden. «Ich fühle mich schlapp», sagte der Wahl-Münchner.

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