An der Spitze
Rory McIlroy ist die neue Nummer eins der Golf-Welt. Foto: Ali Haider

Rory McIlroy ist die neue Nummer eins der Golf-Welt. Foto: Ali Haider

dpa

Rory McIlroy ist die neue Nummer eins der Golf-Welt. Foto: Ali Haider

Frankfurt/Main (dpa) - Nachdem er erstmals den Golf-Thron erstürmt hatte, saß Rory McIlroy auf einer roten Couch im vornehmen Golfclub von Palm Beach und gab sein erstes Interview als Nummer 1.

Mit seinem sechsten Turniersieg löste der Nordire den Engländer Luke Donald an der Spitze der Weltrangliste ab und bekannte danach: «Das war immer mein Traum. Ich bin überglücklich, es geschafft zu haben. Es war eine großartige Woche.»

Donald gratulierte via Twitter: «Glückwunsch. Genieße die Aussicht!» Genießen wollte McIlroy den größten Moment seiner steilen Karriere zusammen mit seiner Freundin Caroline Wozniacki in New York. «Das verdient eine gute Feier», twitterte die Ende Januar als Tennis-Weltranglisten-Erste entthronte Dänin. Seine Eltern Gerry und Rosie konnte McIlroy noch im Golfclub in die Arme schließen.

Der «Celtic Tiger» aus Holywood ist mit 22 Jahren und zehn Monaten der zweitjüngste Branchenführer der Golf-Historie nach Tiger Woods. Und er gilt als ähnlich großes Talent wie der Amerikaner, der die Weltrangliste insgesamt 623 Wochen anführte und auf dem Weg zurück zu einstiger Klasse scheint. Woods war erst 21 Jahre und sechs Monate alt, als er 1997 den Golf-Gipfel erklomm.

Der 36-jährige Kalifornier spielte mit einer 62 die beste Schlussrunde seiner Karriere und schob sich noch auf den geteilten zweiten Platz. «Es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich wieder ein gesamtes Turnier lang so spiele», tönte Woods.

McIlroy hörte auf der 13. Spielbahn den Jubel vom 18. Grün nach dem letzten Putt von Woods. Doch das beeindruckte den sicher lochenden Spitzenreiter ebenso wenig wie die 63 des ehemaligen Ranglisten-Ersten Lee Westwood. Der Engländer wurde Vierter hinter Woods und dem Amerikaner Tom Gillis. McIlroy zeigte vier konstante Runden und hatte zwei beziehungsweise vier Schläge Vorsprung auf seine Verfolger.

Bereits mit 17 Jahren landete McIlroy in Dubai im Preisgeld, das er als Amateur nicht annehmen durfte. Inzwischen hat er in viereinhalb Profijahren über acht Millionen Dollar eingespielt und will noch lange Platz eins verteidigen. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so schnell geht. So wie ich im Moment spiele, werde ich da vielleicht ein bisschen länger bleiben.» Es war bereits seine sechste Top-Fünf-Platzierung in den vergangenen sieben Turnieren und der dritte Turniersieg auf der PGA-Tour. Lohn waren 777 500 Euro.

2009 feierte McIlroy in Dubai seinen ersten Turniersieg. Im vergangenen Jahr gelang ihm bei den US Open als jüngstem Europäer in der 111-jährigen Turniergeschichte der erste Major-Triumph, den er mit dem Rekordergebnis von 16 unter Par krönte. «Ein neuer Woods wie vom anderen Stern», titelten damals die Zeitungen. Abgehoben ist der Nordire deshalb nicht. «Er ist ein feiner Kerl», lobt Martin Kaymer. Und Teil einer kleinen nordirischen Golf-Dynastie: Graeme McDowell gewann 2010 die US Open, Darren Clarke die British Open 2011.

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