Martin Kaymer (r) und Bernard Langer trainieren gemeinsam für die British Open.
Martin Kaymer (r) und Bernard Langer trainieren gemeinsam für die British Open.

Martin Kaymer (r) und Bernard Langer trainieren gemeinsam für die British Open.

dpa

Martin Kaymer (r) und Bernard Langer trainieren gemeinsam für die British Open.

Sandwich (dpa) - Bernhard Langers British Open-Start ist in Gefahr: Den 53 Jahre alten Golfstar aus Anhausen plagen Schmerzen im Daumen seiner linken Hand. Die endgültige Entscheidung über seine Teilnahme am dritten Major-Turnier des Jahres will sich der zweimalige Mastersieger bis kurz vor dem ersten Abschlag am Donnerstag offen lassen. «Wenn es nicht besser wird, muss ich Prioritäten setzen», sagte Langer vor seinem Abflug zur 140. Jubiläumsausgabe der British Open im Royal St George's Golfclub im südenglischen Sandwich. Seit 1976 jagt Langer schon seinem Jugendtraum vom ersten British Open-Sieg hinterher. Seit 2006 hat er das Major nicht mehr gespielt, weil er sich nach seinem Wechsel ins Seniorenlager 2007 nicht die Last der Qualifikation zumuten wollte - aber ob er schon diese Woche wieder reif für die Insel ist, weiß der Anhausener selbst nicht: «Ich weiß immer noch nicht, wo ich stehe. Ich habe am vergangenen Samstag erstmals wieder trainiert. Leider sind die Schmerzen wieder zurück, aber wenigstens beim Training nicht schlimmer als vor 14 Tagen geworden.» Sollte sich sein Gesundheitszustand nicht bessern, hat Langer angedeutet, dass er eher auf die Titelverteidigung bei den British Seniors- und US-Open der über 50-Jährigen setzen und auf einen Start in Sandwich verzichten würde. Die Senior-Majors stehen direkt im Anschluss an das Turnier in Sandwich auf Langers Programm. Schon bei der BMW International Open vor zwei Wochen in München war Deutschlands Golf-Legende unter Schmerzen am Cut gescheitert und hatte auf Anraten seines Arztes zwei Wochen Trainingspause eingelegt. Nach einer Operation im März waren Langers Beschwerden zunächst besser geworden, dann aber wieder zurückgekehrt. «Es ist nicht klar, ob die Schmerzen direkt von der Operation kommen oder Folge der Verletzung sind», sagte Bernhards Bruder und Manager Erwin. «Bernhard kann nur von Schlag zu Schlag und Stunde zu Stunde testen, ehe er über einen Start entscheidet.» Eine zusätzliche Knochenhautreizung am verletzten Gelenk hindere Langer am normalen Schwung und lasse den Kopf nicht frei werden. Ein Verzicht in Sandwich wäre umso ärgerlicher, weil Langer auf diesem Par 70-Kurs in der Grafschaft Kent mit einem zweiten und zwei dritten Plätzen zwischen 1981 und 1993 seine besten British-Open Platzierungen errungen hatte. Noch nie hat ein Deutscher dieses Turnier gewonnen. In diesem Jahr tritt neben Langer auch der Düsseldorfer Weltranglistendritte Martin Kaymer an. «Der Platz ist schwierig genug, aber dort kommt der Vorteil der Weitenjäger nicht so zum Tragen», hatte Langer - der «Meister des Kurzen Spiels» - immer betont, aber die Gesundheit geht vor. «Wenn es mit den Schmerzen nicht besser wird, hat es keinen Sinn - längerfristig», hatte Langer schon vor zwei Wochen in München erklärt. Die Verschleißerscheinungen seiner langen Karriere fordern offenbar ihren Tribut. Nur der Ehrgeiz lässt ihn auch nach 81 weltweiten Titeln und rund 17,65 Millionen Dollar Prämien allein in USA nicht ruhen.

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