Gescheitert
Bernhard Langer wollte den Ryder Cup 2018 nach Deutschland holen.

Bernhard Langer wollte den Ryder Cup 2018 nach Deutschland holen.

dpa

Bernhard Langer wollte den Ryder Cup 2018 nach Deutschland holen.

Frankfurt (dpa) - Der Funken von Golf-Idol Bernhard Langer ist bei der Wahl für den Ryder Cup 2018 nicht übergesprungen: Trotz der Überzeugungsarbeit des zweimaligen Masters-Siegers ist die erste deutsche Bewerbung um die Ausrichtung des traditionellen Wettkampfs zwischen Europa und USA gescheitert.

Frankreich wird 2018 der Gastgeber in der 84-jährigen Geschichte des großen Sport-Medienspektakels sein. Diese Entscheidung traf die europäische Ryder-Cup-Dachkommission in Wentworth bei London. Auch Spanien, Portugal und die Niederlande waren im Topf, hatten aber keine Chance. Kandidat Schweden hatte aus finanziellen Gründen bereits 2010 zurückgezogen.

Deutschlands Superstar Martin Kaymer war einer der ersten, der sich nach der «Abwahl» meldete: «Es ist sehr schade, dass wir den Zuschlag nicht erhalten haben und den Ryder Cup 2018 nicht ausrichten werden. Wir hatten eine starke Bewerbung und konnten auf eine große Unterstützung innerhalb der deutschen Golfgemeinschaft zählen. Leider hat es nicht gereicht.» Der Weltranglisten-Dritte gratulierte Frankreich und ergänzte: «Trotzdem wünsche ich mir von Herzen den Ryder Cup in Deutschland - am liebsten natürlich als Spieler.»

An der Spitze der deutschen Bewerber in London bedauerte Erwin Langer, Geschäftsführer der RC Deutschland: «Ich bin überzeugt, Deutschland wäre ein hervorragender Gastgeber gewesen und hätte den Rahmen für unvergessliche Tage geboten.» Bruder Bernhard hatte schon vorher angekündigt: «Sollten wir scheitern, bewerben wir uns 2022.»

Hans Joachim Nothelfer, Präsident des Deutschen Golf Verbandes, trauerte vertanen Möglichkeiten nach: «Mit der Austragung hätten sich für den deutschen Golfsport einmalige Chancen eröffnet. Ich bin überzeugt davon, der 'schlafende Riese', wie wir weltweit immer wieder genannt werden, wäre bis 2018 erwacht.»

Frankreich dagegen lag sich in den Armen. In einer ersten Stellungnahme gratulierte Staatspräsident Nicolas Sarkozy und prognostizierte: «Golf wird einen neuen Boom in Frankreich erleben und in neue Dimensionen vorstoßen.» Die «Grande Nation» hatte voll auf das Trumpfass «Sarkozy» in dem Rennen um die lukrative Ausrichtung gesetzt - und gewonnen.

Verlassen von der deutschen Politik, konnte die charismatische Golf-Ikone Langer allein das «Unternehmen Ryder Cup 2018» nicht stemmen. Bund und das Land Bayern hatten ihre Unterstützung nur auf ideeller Basis angeboten, aber finanzielle Hilfe abgelehnt. Zudem fehlte im Vergleich zu Frankreich flächendeckende Begeisterung in der deutschen Öffentlichkeit.

Spätestens als Thomas de Maizière als ehemaliger sportverantwortlicher Innenminister in aller Öffentlichkeit Golf als Randsportart abgestempelt hatte, fehlte der Bewerbung der Drive, mit dem Frankreich bei den britischen Entscheidern ins Mark traf.

«In einer klaren, aber engen Entscheidung des Komitees geht der Zuschlag an Frankreich. Das Land übernimmt die Verantwortung, hat grandiose Unterstützung durch die gesamte Bevölkerung erhalten und ist zudem Veranstalter der ältesten nationalen Meisterschaften in Europa seit 1906», sagte der Europa-Tour-Chef George O'Grady zur Begründung. «Infrastruktur und Transport genügen höchster Qualität.»

Der Wettkampf wird auf dem «Le Golf National» in Versailles nahe Paris ausgetragen werden. Nach Spanien 1997 mit Valderrama als Austragungsort wird der 42. Ryder Cup erst zum zweiten Mal überhaupt auf dem «Alten Kontinent» und nicht in Großbritannien gespielt.

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