Günter Kessler über seinen Schüler Martin Kaymer.

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Auf dem Weg zum Triumph in Wisconsin: Martin Kaymer.

Auf dem Weg zum Triumph in Wisconsin: Martin Kaymer.

dpa

Auf dem Weg zum Triumph in Wisconsin: Martin Kaymer.

Düsseldorf. Man merkt seiner freundlichen Stimme an, wie stolz er ist. Richtig stolz. Als er die vierte Runde und das Stechen über drei Löcher von Martin Kaymer in Wisconsin auf dem Weg zu dessen erstem Triumph bei einem Major-Turnier gesehen hat, hat Günter Kessler nur gedacht: Super. Aber irgendwie hatte er auch erwartet, dass "es in diesem Jahr noch einmal richtig knallt".

Kessler ist Head-Pro, Golflehrer auf der Hummelbachaue in Neuss, einer, dem man in seiner Sportart nichts vormachen kann. Und vor allem ist Kessler der Entdecker und Trainer von Martin Kaymer. Zweimal im Monat trainieren sie zusammen. Möglichst. Immer klappt das nicht, im Frühjahr weilte Kessler noch bei Kaymer in den Vereinigten Staaten.

Golf ist so, dass man nie perfekt sein wird. Aber Martin Kaymer ist einer, der der Perfektion manchmal ziemlich nahe kommt. Wie in Wisconsin. Dort ist er in den Olymp seiner Sportart aufgestiegen. Weil er etwas geschafft hat, das nur Bernhard Langer vor ihm schaffte.

"Was Bernhard Langer geschafft hat, ist unvergleichlich, aber Martin sorgt für einen neuen Golf-Schub."

Günter Kessler

Und trotzdem. Kessler will Martin Kaymer nicht mit Bernhard Langer vergleichen. "Was Bernhard Langer geschafft hat, ist unvergleichlich." Langer spielt seit 30 Jahren auf höchstem Niveau, bei Martin sind es jetzt fünf seit seinem Einstieg in die Profikarriere. "Bernhard Langer hat der Sportart zu großem Ansehen verholfen, aber mit Martin Kaymer gibt es nochmals einen neuen Golf-Schub", sagt Kessler im Gespräch mit unserer Zeitung.

Seit 1996 ist Günter Kessler Head-Pro der Golfschule auf der Hummelbachaue, organisiert ein Team von sieben Golflehrern. Kessler (53) trainiert so viele Spitzengolfer wie kein zweiter PGA-Professional: Martin Kaymer, Marcel Siem, Bettina Hauert. Ein Mann, den es trotz des Erfolges nicht ins Rampenlich drängt.

Kessler weiß, dass Martin Kaymer dabei ist, ein ganz Großer seines Sports zu werden. Das ist nicht selbstverständlich in einer Sportart, die lange Jahre damit zu kämpfen hatte, nur ein Sport für die oberen Zehntausend zu sein. Und noch ein Unterschied zu Langers Zeiten. "Heute ist die Leistungsdichte im Golf viel größer als in den Anfangszeiten von Langer", sagt Kessler.

Martin Kaymer hat es mit dem Sieg in Wisconsin jedenfalls geschafft: "Dabei bin ich erst vier Jahre auf der Tour." Er werde noch ein wenig brauchen, bis er das alles realisiert habe, sagte Kaymer nach seinem Triumph. Für Günter Kessler kommt das alles nicht unerwartet. "Ein junger Spieler in der Weltspitze, das ist wichtig für Golf in Deutschland", sagt er. Über seinen eigenen Anteil daran spricht Günter Kessler nie.

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