Borussia Mönchengladbachs Oscar Wendt spricht vor dem Pokalspiel bei RW Essen über die Saison und seine Pläne.

Hamburger SV - Borussia Mönchengladbach
Oscar Wendt (l.) freut sich hier in Hamburg mit Raffael.

Oscar Wendt (l.) freut sich hier in Hamburg mit Raffael.

Daniel Reinhardt

Oscar Wendt (l.) freut sich hier in Hamburg mit Raffael.

Mönchengladbach. Mit dem DFB-Pokalspiel bei Rot-Weiß Essen steigt Borussia Mönchengladbach schon am Freitag (20.45 Uhr) in die neue Saison ein. Für Oscar Wendt (31) wird es die siebte Spielzeit im Trikot der „Fohlenelf“. Im Kader versieht der Linksverteidiger damit hinter Tony Jantschke und Patrick Herrmann am längsten seinen Job bei der Borussia.

Herr Wendt, Sie gehen in Ihre siebte Saison mit der Borussia. Erstaunlich, oder?

Wendt: Zunächst ja, sieben Jahre sind wirklich eine lange Zeit. So oft gibt es das heutzutage nicht mehr. Gerade Ausländer bleiben oft nur eine Saison bei einem Verein.

Sie aber sind zum Publikumsliebling avanciert. Die Fans haben Ihnen sogar einen eigenen Song gewidmet.

Wendt: Ja, das Lied ist echt geil. (grinst) Es macht mich ein ganz klein wenig stolz, dass die Anhänger einen guten Eindruck von mir haben. Sie sehen, dass ich für ihren Verein alles gebe. Ich fühle mich wie ein echter Borusse.

Umso ärgerlicher, dass Sie sich im DFB-Pokal-Halbfinale gegen Eintracht Frankfurt den Ellenbogen gebrochen haben. Was macht die Verletzung?

Wendt: Sie ist vollständig verheilt. Die Beweglichkeit im Gelenk ist komplett zurück und ich habe fast das Gefühl, dass sich der Ellenbogen jetzt noch stärker anfühlt.

Wie haben Sie das geschafft?

Wendt: Ich trainiere in meinem Urlaub jedes Jahr bei meinem früheren Verein IFK Göteborg. Dort stehen für ehemalige Spieler stets alle Übungs-Einrichtungen zur Verfügung. Ich habe Lauftraining gemacht sowie im Kraftraum die Muskulatur im Arm wieder aufgebaut. Und da die schwedische Liga im Kalenderjahr-Rhythmus spielt, konnte ich sogar ein wenig am Mannschaftstraining von IFK teilnehmen. Allerdings ohne Zweikämpfe zu führen.

Apropos Schweden: Sie sind aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. Hat Ihnen der acht Jahre jüngere Ludwig Augustinsson den Rang abgelaufen?

Wendt: „Ludde“ ist ein super Spieler mit großem Potenzial. Werder Bremen wird viel Freude an ihm haben. Aber nein, ich wollte einfach nicht mehr. Ich möchte die so gewonnenen freien Tage mit meiner Frau Sandra und unseren beiden Kindern verbringen. Elise ist vier, William eineinhalb. Sie entscheiden, was wir unternehmen. Der Papa ist ja immer noch viel unterwegs.

Schweden hat nach dem 2:1 gegen Frankreich gute Chancen auf die WM-Teilnahme. Zu früh zurückgetreten?

Wendt: Nein, ich bedauere nichts. Ich bin mit mir bei dieser Entscheidung absolut im Reinen. Es würde mich für die Jungs total freuen, wenn sie sich qualifizieren, ich aber möchte meine Energie für Borussia verwenden.

Mit welchen Zielen?

Wendt: Wir wollen uns diesmal wieder für einen europäischen Wettbewerb qualifizieren. In der entscheidenden Phase hatten wir vergangene Saison leider zu viele Verletzte.

Glauben Sie, dass Ihnen der Stammplatz sicher ist?

Wendt: Jeder im Kader muss kämpfen. Konkurrenz spornt mich zu Konstanz an. In Schweden würde man sagen, dass wir auf einer Gitarre mehr Saiten spielen können.

Wie lange möchten Sie noch eine Saite dieser Gitarre sein? Ihr Vertrag läuft im nächsten Jahr aus.

Wendt: Ich bin in guten Gesprächen mit Max Eberl. Mal sehen, was kommt. Jeder weiß, wie wohl sich meine Familie und ich hier fühlen. Ich würde gerne so lange wie möglich bei der Borussia spielen.

Planen Sie, auch nach der Karriere zu bleiben?

Wendt: Nein. Die Borussia ist für mich wie ein Zuhause, aber Heimat ist Heimat. Wenn ich aufhöre, dann werden wir nach Schweden zurückkehren.

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