Wie Bundestrainer Joachim Löw die schwankenden Leistungen seines Teams erklärt.

Bundestrainer Joachim Löw gibt die Richtung zur WM 2010 in Südafrika vor.
Bundestrainer Joachim Löw gibt die Richtung zur WM 2010 in Südafrika vor.

Bundestrainer Joachim Löw gibt die Richtung zur WM 2010 in Südafrika vor.

dpa

Bundestrainer Joachim Löw gibt die Richtung zur WM 2010 in Südafrika vor.

Cardiff. Marcell Jansen ist verschnupft und ließ das Training am Dienstagnachmittag vorsichtshalber aus. Und Bundestrainer Joachim Löw hofft, dass sich das nicht noch zu einer Grippe entwickelt.

Dann müsste er handeln und könnte Mittwochabend (20.45 Uhr) nicht mit der Elf von Samstag beginnen. Zur Aufstellung in der WM-Qualifikation gegen Wales verriet der Trainer der deutschen Fußballnationalmannschaft Dienstagmittag viel Nebulöses.

Er habe einige Optionen im Kopf, die er aber nicht unbedingt ziehen müsse. Veränderungen könne es geben, seien aber nicht zwingend. Also abwarten und nichts Definitives herauslassen.

Für Jansen spricht, dass er gegen Liechtenstein eine gute Leistung gezeigt hat und zuletzt beim HSV stets zu den Besten zählte. Das betont auch Löw, der dennoch froh ist, mit Piotr Trochowski eine Alternative in der Hinterhand zu haben. Der Hamburger ist seit Sonntag wieder fit und möchte am Mittwoch unbedingt dabei sein. Für ihn spricht, dass er im Hinspiel gegen Wales das entscheidende 1:0 besorgt hat und zuletzt zur festen Größe geworden war.

Auf Relegationsspiele der Zweiten ist niemand scharf

Löw hält es mit seinen Gedankenspielen vor entscheidenden Spielen so wie seine Vorgänger: Nicht die Aufstellung ist wichtig, die Einstellung muss stimmen. Platz eins in der Gruppe 4 soll es am Ende werden, auf Relegationsspiele der Gruppenzweiten ist niemand scharf.

Video-Qual als Torlos-Therapie: Mario Gomez schreckt im persönlichen Kampf gegen seine Treffer-Krise in der Nationalmannschaft selbst vor den ungewöhnlichsten Maßnahmen nicht zurück und hat sich das ganze Spiel gegen Liechtenstein auf Video noch mal angeschaut. Gomez ist seit 643 Länderspiel-Minuten ohne Torerfolg.

Robert Enke von Hannover 96 denkt über einen Vereinswechsel nach. "Ich werde nur dann wechseln, wenn ich davon absolut überzeugt bin, dass es mich weiterbringt. Vor Juni, Juli wird da nichts passieren. Es ist genauso gut möglich, dass ich weiter in Hannover spiele", sagte Enke.

Kapitän Michael Ballack hat die wechselhaften Vorstellungen der DFB-Auswahl auch mit fehlender Erfahrung der deutlich jüngeren Mitspieler erklärt. "Natürlich hängt das mit der Altersstruktur zusammen. Junge Spieler haben eben noch Leistungsschwankungen. Man hat das gegen Liechtenstein gesehen: Wir führen 4:0 - und werden zu hektisch, weil wir zu viel wollen. Wir spielen es nicht sauber und souverän zu Ende."

"In Pflichtspielen sind wir immer präsent", sagt Löw und mag nicht mehr an die verlorenen Tests gegen England und Norwegen denken. Diese Spiele seien aufgearbeitet und die richtigen Schlüsse daraus gezogen. Nein, eine Stagnation oder gar Rückschritt in puncto Qualität und Spielvermögen sehe er nicht.

Eine WM-Qualifikation vergleicht Löw mit einem Marathonlauf, der auch nicht nur Höhen beinhalte. Wichtig sei es, nach durchlaufenen Tiefs wieder oben anzukommen, um das Ziel zu erreichen. Für Mittwochabend rechnet er mit sehr ehrgeizigen Walisern. "Die sind durch die Niederlage gegen Finnland in ihrem Stolz verletzt und daher besonders gefährlich."

Bastian Schweinsteiger freut sich auf das Spiel und auch darauf, endlich mehr gefordert zu werden als gegen Liechtenstein. Lukas Podolski möchte dem ersten Schritt von Samstag am Mittwoch den zweiten folgen lassen. Und auch Thomas Hitzlsperger kann mit dem Druck umgehen: "Das ist keine Belastung, sondern eine Herausforderung."

Optimistisch sind sie alle, das überrascht nicht. Aber für den Fall der Fälle möchte Löw dann doch ein wenig vorbauen. "Unsere Spiele gegen Wales waren immer brutal eng. Das hat offensichtlich Tradition."

Tradition hat aber auch, dass die deutsche Mannschaft in einer Gruppe mit Wales stets die Qualifikation geschafft und beim anschließenden Turnier viel erreicht hat. Das ist Löw neu. Aber er nimmt es zufrieden zur Kenntnis.

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